Ausbildung als Berufskraftfahrer/-in

Berufskraftfahrer/innen arbeiten im Güterverkehr oder in der Personenbeförderung. Sie transportieren Güter mit Lkws aller Art. Im Personenverkehr führen sie Linien- bzw. Reisebusse.

Die Ausbildung im Überblick

Berufskraftfahrer/in ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf im Güterverkehr und in der Personenbeförderung (Ausbildungsbereich Industrie und Handel).

Typische Branchen

Berufskraftfahrer/innen finden Beschäftigung in erster Linie

  • in Transportunternehmen des Güterverkehrs, z.B. Speditionen
  • in Transportunternehmen des Personenverkehrs, z.B. kommunale Verkehrsbetriebe oder Bus-Reiseunternehmen

Darüber hinaus finden sie auch Beschäftigung

  • bei Post- und Kurierdiensten
Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.
Die Betriebe stellen überwiegend Ausbildungsanfänger/innen mit Hauptschulabschluss ein.
Für den Zugang zur Ausbildung wird z.B. gefordert:
  • Mindestalter von 17 oder 18 Jahren
  • Führerschein Klasse B
  • Nachweis der gesundheitlichen Eignung durch medizinisch-psychologische Eignungsuntersuchungen und ein augenärztliches Attest

Wichtige Schulfächer

Vertiefte Kenntnisse in folgenden Schulfächern bilden gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung:

Mathematik:

In der Ausbildung sind Kenntnisse der Mathematik erforderlich, z.B. um den Kraftstoffverbrauch auszurechnen.

Deutsch:

Der Umgang mit Formularen sowie das Lesen von Betriebsanleitungen setzen gute Deutschkenntnisse voraus.

Werken/Technik:

Kenntnisse im Bereich Werken und Technik sind in der Ausbildung für das Ausführen einfacher Reparaturen erforderlich.

Physik:

Um die Fahrphysik von Automobilen zu verstehen, sind für die Auszubildenden Kenntnisse in Physik wichtig.

Englisch:

Zur Verständigung mit ausländischen Kunden sind für angehende Berufskraftfahrer/innen Kenntnisse der englischen Sprache und weiterer Fremdsprachen von Vorteil.

Interessen

Folgende Interessensind wichtig und hilfreich, um diesen Beruf erlernen und ausüben zu können. Die Interessen sind in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit genannt. Zu jedem Interessenbereich werden zur Veranschaulichung Tätigkeiten genannt.
  • Interesse an praktisch-konkreten Tätigkeiten
    • z.B. Steuern und Rangieren von schweren Fahrzeugen wie Reisebussen oder Lastkraftwagen und Sattelzügen
    • z.B. Warten von Fahrzeugen und Durchführen kleinerer Reparaturen
    • z.B. Reinigen und Pflegen von Fahrzeugen
  • Interesse an organisatorisch-prüfenden Tätigkeiten
    • z.B. gewissenhaftes Prüfen, ob die Ladung richtig verstaut ist
    • z.B. vor Fahrtbeginn: sorgfältiges Überprüfen des Fahrzeugs und der technischen Ausstattung auf Funktionsfähigkeit und verkehrssicheren/vorschriftsmäßigen Zustand
  • Interesse an theoretisch-abstrakten Tätigkeiten
    • z.B. analytisch-methodisches Vorgehen bei der Fehlersuche am Fahrzeug im Pannenfall

Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten

Folgende Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten werden benötigt, um den Beruf lernen und ausüben zu können. Bei einigen Fähigkeiten wird ein Ausprägungsgradgenannt. Dieser gilt für den mittleren oder typischen Vertreter dieses Berufes.

Fähigkeiten

  • Durchschnittliches allgemeines intellektuelles Leistungsvermögen
  • Durchschnittliches räumliches Vorstellungsvermögen(z.B. Lesen von Karten und Stadtplänen)
  • Beobachtungsgenauigkeit(z.B. frühzeitiges Erkennen gefährlicher Situationen im Straßenverkehr)
  • Konzentration(z.B. sicheres Steuern von Fahrzeugen auch bei Ablenkungen, etwa durch Fahrgäste)
  • Daueraufmerksamkeit(z.B. aufmerksames Beobachten des Straßenverkehrs auch bei längeren Fahrzeiten)
  • Handgeschick(z.B. Mitwirken bei der Fahrzeugbe- und -entladung im Güterverkehr)
  • Reaktionsgeschwindigkeit(z.B. schnelles Ansprechen auf unvorhersehbare Gefahrensituationen)
  • Auge-Hand-Koordination(z.B. Steuern des Fahrzeugs)
  • Handwerkliches Geschick(z.B. Durchführen kleinerer Reparaturen am Fahrzeug)
  • Technisches Verständnis(z.B. Prüfen und Kontrollieren von Fahrzeugen bezüglich der Verkehrs- und Betriebssicherheit)
  • Räumliche Orientierung(z.B. Zurechtfinden auch in unbekannten Gebieten)
Hinweis: Die Ausprägungsgrade beziehen sich auf Personen mit Hauptschulabschluss.

Kenntnisse und Fertigkeiten

  • Rechenfertigkeiten(z.B. Berechnen von Kraftstoffverbrauch und Nutzlast)
  • Verständnis für mündliche Äußerungen(z.B. Verstehen der Äußerungen von Fahrgästen oder Kunden)
  • Mündliches Ausdrucksvermögen(z.B. Kommunizieren mit Fahrgästen, Zollpersonal, Entladepersonal etc.)

Arbeits-/Sozialverhalten

Einige Merkmale des Arbeits- und Sozialverhaltenssind gleichermaßen für alle Berufe relevant und werden deshalb nicht gesondert erwähnt. Hierzu gehören: Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Kritikfähigkeit sowie angemessene Umgangsformen. Zusätzlich werden die nachfolgend genannten berufsspezifischen Merkmale benötigt, um diesen Beruf ausüben zu können.
  • Leistungs- und Einsatzbereitschaft(z.B. bereitwilliges und tatkräftiges Erledigen auch körperlich besonders anstrengender Arbeiten beim Be- und Entladen von Fahrzeugen im Güterverkehr)
  • Sorgfalt(z.B. fehlerfreies Kassieren und Abrechnen des Fahrgelds; exaktes Kontrollieren der Ladepapiere)
  • Verantwortungsbewusstsein und -bereitschaft(z.B. Einhalten der Lenkzeiten, Sicherung der Ladung, um Unfälle zu vermeiden)
  • Selbstständige Arbeitsweise(z.B. eigenständiges Erkennen und Erledigen von Wartungsarbeiten an Lkws)
  • Umsicht(z.B. Erfassen und Berücksichtigen des Umfelds beim Rangieren oder Rückwärtsfahren)
  • Psychische Belastbarkeit (z.B. leistungsfähig bleiben bei Fahrten bei Nacht sowie Schicht- und Wochenenddiensten)

Charakteristische körperliche Anforderungen

Die Ausübung des Berufs kann folgende körperliche Anforderungen mit sich bringen. Die Angaben müssen nicht zwingend für jedes Tätigkeitsprofil oder jede berufliche Einsatzmöglichkeit gelten.
  • Belastbarkeit der Wirbelsäule, Beine, Arme und Hände (z.B. im Güterverkehr bei der Fahrzeugbe- und -entladung mitwirken)
  • Körperkraft (z.B. Gepäck ver- bzw. umladen)
  • Funktionstüchtigkeit der Arme und Hände (z.B. Busse und Lastkraftwagen lenken)
  • Ungestörtes Sprechvermögen (z.B. im Personenverkehr die Fahrgäste mittels Lautsprecherdurchsage über Umsteigemöglichkeiten informieren)
  • Sehvermögen für die Ferne – auch korrigiert (z.B. das Fahrzeug sicher führen; Verkehrszeichen rechtzeitig erkennen; den übrigen Verkehr beobachten)
  • Nahsehvermögen – auch korrigiert (z.B. Frachtpapiere lesen oder Fahrausweise prüfen)
  • Räumliches Sehvermögen (z.B. beim Rangieren die Abstände zwischen LKW und Laderampe einschätzen)
  • Sehvermögen im Dunkeln/in der Dämmerung – Dämmerungssehen (z.B. das Fahrzeug nachts oder in der Dämmerung lenken)
  • Hörvermögen und Sprachverständnis (z.B. mit dem Disponenten die Fahrtroute und die Frachtpapiere besprechen)
  • Gesunde, widerstandsfähige Haut an Händen und Armen (z.B. bei kleineren Wartungsarbeiten mit Hydraulikflüssigkeit, Motorölen und Schmierstoffen hantieren)
  • (Intaktes) Belastbares Nervensystem (z.B. auch in schwierigen Verkehrssituationen das Fahrzeug sicher, umsichtig und vorausschauend lenken)
Hinweis: Diese Informationen bilden keine Grundlage für rechtliche Schritte und sind nicht im Sinne einer medizinischen Eignungsfeststellung zu verstehen. Die tatsächliche körperliche Eignung muss im Einzelfall durch eine ärztliche Untersuchung festgestellt werden.

Berufsrelevante gesundheitliche Einschränkungen

Folgende gesundheitliche Einschränkungen könnten bei der Ausübung des Berufs zu Problemen führen. Die Angaben müssen nicht zwingend für jedes Tätigkeitsprofil oder jede berufliche Einsatzmöglichkeit gelten. Immer häufiger gibt es zudem Möglichkeiten, Einschränkungen beispielsweise durch technische Hilfsmittel zu kompensieren.
  • Eingeschränkte Belastbarkeit der Wirbelsäule, Beine, Arme und Hände (z.B. im Güterverkehr bei der Fahrzeugbe- und -entladung mitwirken)
  • Muskelschwäche, fehlende Muskelkraft (z.B. Gepäck ver- bzw. umladen)
  • Eingeschränkte Funktionstüchtigkeit der Arme und Hände (z.B. Busse und Lastkraftwagen lenken)
  • Sprachstörung, Sprachfehler (z.B. im Personenverkehr die Fahrgäste mittels Lautsprecherdurchsage über Umsteigemöglichkeiten informieren)
  • Nicht korrigierbare Sehschwäche für die Ferne (z.B. das Fahrzeug sicher führen; Verkehrszeichen rechtzeitig erkennen; den übrigen Verkehr beobachten)
  • Nicht korrigierbare Sehschwäche für die Nähe (z.B. Frachtpapiere lesen oder Fahrausweise prüfen)
  • Fehlendes/gestörtes räumliches Sehvermögen (z.B. beim Rangieren die Abstände zwischen LKW und Laderampe einschätzen)
  • Schlechtes Dämmerungssehen, Nachtblindheit (z.B. das Fahrzeug nachts oder in der Dämmerung lenken)
  • Hörminderung, Schwerhörigkeit, Taubheit, Hörstörung, chronische Ohrenleiden (z.B. mit dem Disponenten die Fahrtroute und die Frachtpapiere besprechen)
  • Chronische oder allergische Hauterkrankungen oder mangelnde Widerstandsfähigkeit der Haut an Händen und Armen (z.B. bei kleineren Wartungsarbeiten mit Hydraulikflüssigkeit, Motorölen und Schmierstoffen hantieren)
  • Schwere vegetative oder nervliche Erkrankungen (z.B. auch in schwierigen Verkehrssituationen das Fahrzeug sicher, umsichtig und vorausschauend lenken)
  • Schwere Anfallsleiden (z.B. erhöhtes Unfallrisiko)
  • Suchtkrankheiten (z.B. hohe Verantwortung für Personen und Sachwerte)
Hinweis: Diese Informationen bilden keine Grundlage für rechtliche Schritte und sind nicht im Sinne einer medizinischen Eignungsfeststellung zu verstehen. Die tatsächliche körperliche Nichteignung muss im Einzelfall durch eine ärztliche Untersuchung festgestellt werden.

(berufenet.arbeitsagentur.de)

Foto: panthermedia.net/Kzenon

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