Ausbildung als Fahrlehrer/-in

Fahrlehrer/innen erteilen theoretischen und praktischen Unterricht im Führen von Kraftfahrzeugen sowie zum Verhalten im Straßenverkehr.

Die Weiterbildung im Überblick

Fahrlehrer/in ist eine bundesweit einheitlich geregelte berufliche Weiterbildung, die in Vollzeit mindestens 1 Jahr dauert.

Voraussetzung für die Zulassung zur Weiterbildungsprüfung (fahrpraktische Prüfung, Fachkundeprüfung, Lehrproben) sind in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf, die Fahrerlaubnis für die jeweilige Klasse und die Ausbildung als Fahrlehrer/in innerhalb der letzten drei Jahre.
Darüber hinaus müssen Bewerber/innen ihre geistige und körperliche Eignung nachweisen.
Vor Beginn der Lehrproben ist eine Anwärterbefugnis erforderlich. Voraussetzung hierfür ist die erfolgreiche Ablegung der fahrpraktischen Prüfung und der Fachkundeprüfung.

Typische Branchen

Fahrlehrer/innen finden Beschäftigung

  • in Fahrschulen
  • in Ausbildungszentren für Verkehrsberufe

Wichtige Vorkenntnisse

Vertiefte Kenntnisse in folgenden Bereichen bilden gute Voraussetzungen für das erfolgreiche Bestehen der Weiterbildungsprüfung:

Pädagogik/Didaktik:

In der Weiterbildungsprüfung haben die angehenden Fahrlehrer/innen verkehrspädagogische Kenntnisse nachzuweisen.
Im späteren Berufsalltag müssen Fahrlehrer/innen ihre Fahrschüler/innen theoretisch und praktisch unterweisen. Für die Gestaltung des Unterrichts sind fundierte didaktische Kenntnisse wichtig.

Technik:

Im Rahmen der Prüfung sind Fragen zur Fahrzeugtechnik zu beantworten.
Fahrlehrer/innen erklären ihren Schülern und Schülerinnen in Fahrstunden z.B. den Aufbau und die Funktion von Motoren.

Recht:

Rechtskenntnisse sind notwendig, um die Weiterbildung zum Fahrlehrer/zur Fahrlehrerin erfolgreich durchlaufen zu können.
Im Berufsleben müssen Fahrlehrer/innen ihren Fahrschülern und Fahrschülerinnen die für den Straßenverkehr relevanten Vorschriften und Regeln, z.B. die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), erläutern.
  • Verkehrsverhalten
    • Fahreignung, Fahrtüchtigkeit und Fahrverhalten, Einflussfaktoren
    • Verkehrswahrnehmung und Gefahrenvermeidung, häufige Fahrkompetenzdefizite und typische Unfälle
    • Fahraufgaben je nach Fahrerlaubnisklasse
    • Mobilitätsverhalten, partnerschaftliches Verhalten im Straßenverkehr
  • Recht (verkehrsrechtliche Vorschriften, ggf. Gütertransport-, Personenbeförderungs- und Berufskraftfahrerrecht)
  • Technik
    • technische Grundlagen, z.B. Aufbau und Funktionsweise von Pkws und Anhängern
    • Fahrphysik, z.B. Kippgrenze, Seitenwind, Aquaplaning, Fahrstabilisierungssysteme
    • technische Aspekte umweltschonenden Fahrens
    • Fahrerassistenzsysteme und automatisiertes Fahren
  • Psychologie, Verkehrspädagogik, Erziehung, Beurteilung
    • Grundlagen der Fahranfängervorbereitung
    • Gestaltung des Theorieunterrichts und der fahrpraktischen Ausbildung
    • Berücksichtigung personeller, sozialer und kultureller Lernbedingungen
    • förderorientierte Lernstands- und Lernverlaufsbeurteilung
Die Weiterbildung besteht aus theoretischem Unterricht sowie einem Lehrpraktikum.
Auf folgende Bedingungen sollte man sich einstellen:
  • Vollzeitunterricht: Unterricht ganztags im Klassenverband (ggf. nicht am Wohnort)
  • Praktikum: Hospitation, eigenständige Durchführung von Unterricht

Aufgaben und Tätigkeiten kompakt

Fahrlehrer/innen vermitteln in theoretischem und praktischem Unterricht die Kenntnisse und Fähigkeiten, die zum Führen eines Fahrzeugs im Straßenverkehr erforderlich sind. Im theoretischen Unterricht bereiten sie ihre Schüler/innen auf die theoretische Führerscheinprüfung vor. Sie vermitteln z.B. die Verkehrsregeln und erläutern, wie Kraftfahrzeuge technisch funktionieren. Im praktischen Unterricht schulen sie die Fahrschüler/innen im Bedienen von Fahrzeugen, beobachten das Fahrverhalten und greifen wenn nötig korrigierend ein. Sie lassen die Schüler/innen z.B. üben, wie man sicher bremst, einen Pkw einparkt, mit dem Lkw an eine Laderampe heranfährt oder mit dem Motorrad Hindernissen ausweicht. Des Weiteren korrigieren und besprechen sie Testfragebögen, organisieren die Termine für den Fahrschulunterricht, rechnen Fahrstunden ab und melden ihre Schüler/innen zur Fahrprüfung an.

Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen

  • theoretische Fahrschulausbildung durchführen
    • Unterrichtsstoff gemäß Fahrschüler-Ausbildungsordnung methodisch-didaktisch aufbereiten und sachgerecht vermitteln
    • über Geltungsbereich der Fahrerlaubnis, Zulassungspflicht bei Kraftfahrzeugen und Anhängern informieren
    • Kenntnisse über Verkehrsregeln, das Verhalten im Straßenverkehr und den Betrieb von Kraftfahrzeugen vermitteln
    • über Gefahren des Straßenverkehrs und die zu ihrer Abwehr erforderlichen Maßnahmen (Gefahrenlehre) aufklären
    • Fahrerassistenzsysteme und Grundlagen des automatisierten Fahrens erläutern
    • Testfragebögen korrigieren und besprechen
    • Bewerber/innen, die den Prüfungsanforderungen nicht genügten, nachschulen
  • praktischen Fahrunterricht erteilen
    • mechanische Fahrzeugbedienung auf verkehrsarmen Straßen üben (Lenken, Kuppeln, Schalten)
    • nach erreichter Fahrzeugbeherrschung Übungen auf nicht zu stark befahrenen Straßen durchführen
    • vorausschauende und umweltschonende Fahrweise vermitteln, z.B. Fahrweise an Verkehrsströme anpassen
    • einzelne Lernschritte unter Berücksichtigung beobachteter Schwächen der Fahrschüler/innen wiederholen und das Erlernte festigen
    • Ausbildungsfahrten auf Bundes- oder Landstraßen, auf Autobahnen oder Kraftfahrstraßen sowie Nachtfahrten durchführen, ggf. den Umgang mit Fahrerassistenzsystemen üben
    • bei Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer/innen durch Betätigung der Doppelbedienungseinrichtung eingreifen
    • entscheiden, ob die Kenntnisse und Fähigkeiten der Fahrschüler/innen den Anforderungen der Fahrprüfung entsprechen
    • Fahrschüler/innen zur Führerscheinprüfung anmelden und bei der Prüfungsfahrt begleiten
  • Verwaltungs- und Organisationsaufgaben erledigen, z.B. Aufzeichnungen zu Fahrstunden und Theorieunterricht führen, Termine organisieren, Abrechnungen vornehmen, Fahrzeugwartungen veranlassen

Kernkompetenzen, die man während der Weiterbildung erwirbt:

  • Didaktik
  • Fahrlehrerschein/Fahrlehrerlaubnis Klasse A (alt: Kl. 1)
  • Fahrlehrerschein/Fahrlehrerlaubnis Klasse BE (alt: Kl. 3)
  • Fahrlehrerschein/Fahrlehrerlaubnis Klasse CE (alt: Kl. 2)
  • Fahrlehrerschein/Fahrlehrerlaubnis Klasse DE
  • Fahrschulwesen
  • Methodik
  • Straßen- und Verkehrsrecht
  • Unterricht, Schulung (außerschulischer Bereich)
  • Verkehrspädagogik
  • Verkehrssicherung
  • Verkehrsverhalten einüben

Weitere Kompetenzen, die für die Ausübung dieses Berufs bedeutsam sein können:

  • Befähigung nach Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG)
  • Seminarerlaubnis ASF (Fahrlehrerausbildung)
  • Seminarerlaubnis ASP (Fahrlehrerausbildung)
  • Umweltschutz, Umwelttechnik

Weitere relevante Fertigkeiten und Kenntnisse:

  • Kompetenzgruppe „Führerscheine, Straßenverkehrslizenzen“

(berufenet.arbeitsagentur.de)

Foto: panthermedia.net/yacobchuk1

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