Ausbildung als Gamedesigner/-in

Gamedesigner/innen entwickeln und realisieren Konzepte für Computer-, Video- und Handyspiele.

Die Ausbildung im Überblick

Gamedesigner/in ist eine Ausbildung, die durch interne Vorschriften der Lehrgangsträger geregelt ist.

Je nach Lehrgangsträger können z.B. Zugangsvoraussetzungen, Dauer der Ausbildung und Abschlussbezeichnungen unterschiedlich sein.

Daneben besteht die Möglichkeit, Gamedesign, Interactiondesign an Hochschulen zu studieren.

Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.
Die Bildungsanbieter legen eigene Zugangskriterien fest. Zum Teil werden ein mittlerer Bildungsabschluss , eine abgeschlossene Berufsausbildung und/oder einschlägige Berufserfahrung gefordert.

Auswahlverfahren

Die Bildungsanbieter wählen die Bewerber/innen nach eigenen Kriterien aus. Beispielsweise sind Arbeitsproben über eigene Spielideen und -konzepte oder Prototypen einzureichen und ein Eignungstest zu bestehen.

Typische Branchen

Gamedesigner/innen finden Beschäftigung

  • bei Softwareentwicklern für Computer-, Video- und Handyspiele
  • bei Softwareverlagen für Computer-, Video- und Handyspiele

Wichtige Schulfächer

Vertiefte Kenntnisse in folgenden Schulfächern bilden gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung:

Informatik:

Angehende Gamedesigner/innen lernen in der Ausbildung, Computerspiele zu entwerfen. Dabei ist Wissen im Bereich Informatik unverzichtbar.

Mathematik:

Um die Dimensionen von Figuren und Gegenständen zu berechnen, sind Kenntnisse in Mathematik von Vorteil.

Deutsch:

Um die Handlung von Computerspielen in der Storyline zu beschreiben, sind eine sichere Rechtschreibung und eine gute schriftliche Ausdrucksfähigkeit gefragt.

Englisch:

Da die Computerspielbranche immer internationaler wird, sind Englischkenntnisse nützlich.

Interessen

Folgende Interessensind wichtig und hilfreich, um in diesem Studienberuf erfolgreich zu sein. Die Interessen sind in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit genannt. Zu jedem Interessenbereich werden zur Veranschaulichung Tätigkeiten genannt.
  • Interesse an kreativ-gestaltenden Tätigkeiten
    • z.B. ständiges kreatives Entwickeln neuer Spielideen
    • z.B. Gestalten in sich stimmiger Charaktere
    • z.B. Konstruieren von Spielszenarien und Spiellandschaften, die genau auf die Spielhandlung abgestimmt sind
  • Interesse an praktisch-konkreten Tätigkeiten
    • z.B. Verwenden von Modellen aus Plastik, Stoff, Holz oder anderen Materialien, um Objekte, Figuren und Szenen besser digital umsetzen zu können
    • z.B. farblich stimmiges Ausarbeiten von Spielcharakteren; Zeichnen der Storyline

Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten

Folgende Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten werden für die Ausübung möglicher Tätigkeiten in diesem Studienberuf benötigt.

Fähigkeiten

  • sprachliches Denken(z.B. Entwickeln von Storys sowie erzählenden und dokumentarischen Texten)
  • räumliches Vorstellungsvermögen(z.B. Gestalten virtueller Welten für Computerspiele, etwa mithilfe von 3-D- und Animations-Programmen)
  • Konzentration(z.B. Testen komplexer Spielszenarien)
  • Handgeschick(z.B. Zeichnen von Computerspielentwürfen von Hand)
  • Zeichnerische Befähigung(z.B. Zeichnen von Entwürfen für Computer-, Video-, Handy-Spiele auf Papier oder am Bildschirm)
  • Befähigung zum Planen und Organisieren(z.B. Planen von Terminen; Organisieren von Gamedesign-Projekten)
  • Sinn und Gespür für Ästhetik(z.B. Konzipieren und Gestalten von Spiellandschaften und -szenarien)

Kenntnisse und Fertigkeiten

  • Schriftliches Ausdrucksvermögen und Rechtschreibsicherheit(z.B. Verfassen von Spielkonzepten, Storyboards und erzählenden und dokumentarischen Texten)

Während der theoretischen und praktischen Ausbildung erwirbt man beispielsweise folgende Kenntnisse:

  • Gamedesign und Game Art
  • Multimediale Animationen und Animationsdesign
  • Audiovision
  • 3-D-Visualisierung und Character Animation
  • Fotografie und Bildbearbeitung
  • Entwicklung von Internetanwendungen
  • Marketing
Der Unterricht wird z.B. durch Projektarbeiten und Workshops ergänzt.

Praktikum

Ist ein Praktikum in die Ausbildung integriert oder schließt sich eine Praxisphase an die theoretische Ausbildung an, arbeiten die angehenden Gamedesigner/innen z.B. in Softwareunternehmen bzw. -verlagen mit.

Aufgaben und Tätigkeiten kompakt

Gamedesigner/innen liefern in der Planungs- und Konzeptphase Ideen für Spiele, die sie dann skizzenhaft umsetzen. Je nach Spielausrichtung können die Spielszenarien realitätsgetreu, fantastisch oder abstrakt sein. Ob Autorennen, Ritterturniere oder Weltraumexpeditionen – in der virtuellen Welt ist alles möglich. Sie verhelfen menschlichen Spielfiguren, Monstern und Fabelwesen zum Leben, stellen geschichtliche Ereignisse nach oder übertragen ihre Szenarien in die Zukunft. Sie entwerfen Städte, Landschaften und Räume als Hintergründe oder Spielorte sowie Fahrzeuge und andere Objekte, die für die Spielhandlung benötigt werden. Diese Teile setzen sie zu einem funktionierenden Ganzen zusammen.
Neben der grafischen Darstellung gestalten Gamedesigner/innen auch die Handlung von Computerspielen. Diese ist mehr oder weniger komplex, setzt sich aus einer oder mehreren Ebenen zusammen. Sie erstellen die sogenannte Storyline, eine Geschichte, die im Rahmen des Spiels erzählt und erlebt wird. Hierfür verfassen sie auch erzählende und dokumentarische Texte. In der anschließenden Testphase optimieren sie die einzelnen Spielebenen, wobei sie besonders auf einen flüssigen Spielablauf und eine spannende Gestaltung achten.
Damit ein Spiel Chancen auf dem Markt hat, wird es zielgerecht für bestimmte Käufergruppen entwickelt. Gamedesigner/innen erstellen z.B. auch Lernspiele für Schüler, Förderprogramme für Kinder oder Strategiespiele, die für die Unternehmensplanung eingesetzt werden. Nicht zuletzt werden Serious Games, d.h. Computerspiele, die auf unterhaltsame Weise Wissen vermitteln, gerne in Bereichen wie Aus- und Weiterbildung, Training und Simulation oder Marketing und Werbung eingesetzt.

Aufgaben und Tätigkeiten (Beschreibung)

Worum geht es?

Gamedesigner/innen entwickeln und realisieren Konzepte für Computer-, Video- und Handyspiele.

Virtuelle Welten

Gamedesigner/innen legen den Spielinhalt, das -prinzip und das -gefühl von Computer-, Konsolen-, Online- sowie Handyspielen fest. Ob Actionspiele, Adventure Games, Kampf- oder Rennspiele, Taktik- oder Strategiespiele: Sie kreieren die Spielregeln, Personen sowie Handlungen und hauchen dem Spiel durch Texte, Bilder, Animationen, Musik, Geräusche oder Special Effects Leben ein. Game-Designer/innen sind für die Konzeption der Spielvision und Spielwelt, der dort vorherrschenden Regeln und dort lebenden Charaktere in Hinblick auf eine bestimmte Zielgruppe verantwortlich. Sie planen den Spielablauf, die Menüoptionen sowie die Effekte. Die Spieler werden durch Interaktivität in die (Rollen)Spiele mit einbezogen. Die Spielszenarien, die Landschaften, die Fahrzeuge, die Charaktere, einfach alles, was zu dem Spiel dazugehört, wird frei gestaltet: Gamedesigner/innen kreieren Welten aus Monstern, fernen Königreichen oder fantastischen Spielfiguren, und egal ob abstrakt, realitätsgetreu oder fantastisch – bei der Entwicklung von Spielideen und deren grafischer Gestaltung gibt es keine Grenzen.

Storyline

Gamedesigner/innen erstellen auch die Handlung des Spiels, eine sogenannte Storyline. Dabei müssen sie darauf achten, dass wie bei einem Drehbuch die Regeln und Gesetzmäßigkeiten der Geschichte, die im Rahmen des Computerspiels erzählt und erlebt wird, eingehalten werden. Alles muss zueinanderpassen, um die Nutzer nicht durch inkonsequente Inhalte zu verwirren. Für die Storyline müssen sie erzählende und dokumentarische Texte verfassen. Am Schluss einer Entwicklung, wenn das Konzept steht und das Spiel umgesetzt wurde, optimieren Gamedesigner/innen die einzelnen Spielebenen und sorgen für den flüssigen Spielablauf. Je nach Art des Spieles können die Spieler mehr oder weniger in die vorgegebene Handlung eingreifen.

Die Zielgruppe im Blick

Damit ein Spiel Chancen auf dem Markt hat, wird es zielgerecht für bestimmte Käufergruppen entwickelt. Gamedesigner/innen entwickeln und realisieren auch Lernspiele für Schüler, Förderprogramme für Kinder oder Strategiespiele, die für die Unternehmensplanung eingesetzt werden. Auch sogenannte Serious Games, also Computerspiele, die auf unterhaltsame Weise Wissen vermitteln und in Bereichen wie Aus- und Weiterbildung, Training und Simulation oder Marketing und Werbung Anwendung finden, werden von Gamedesignern/-designerinnen entworfen und entwickelt. Im Personalbereich werden „Serious Games“ z.T. auch für die erste Bewerberauswahl eingesetzt.

Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen

  • Konzepte für Computer-, Video- und Handy-Spiele erstellen und realisieren
  • Storyline sowie Betriebs- und Spielanleitungen anfertigen
  • einzelne Spielebenen in der Testphase optimieren und verbessern

Planung, Entwurf, Gestaltung und Realisierung

  • Konzepte für Computer-, Video- und Handyspiele erstellen und realisieren
  • Spiellandschaften, Städte, Gebäude konstruieren, einzelne Spielebenen, Handlungsabläufe und Schwierigkeitsgrade festlegen
  • Charaktere gestalten, Spielregeln festlegen
  • Spielszenen zu einem flüssigen Spielablauf zusammenfügen
  • Storyline anfertigen
  • Texte, Bilder, Animationen, Musik, Geräusche sowie Special Effects erstellen und einfügen
  • Betriebs- und Spielanleitungen verfassen
  • Spiele testen und optimieren
  • zielgruppenspezifische Spiele entwickeln, beispielsweise pädagogische Lern- und Förderspiele oder Serious Games für die Aus- und Weiterbildung

In Wissenschaft, Forschung und Lehre (i.d.R. nach Masterabschluss)

  • theoretische und praktische Fachkenntnisse erarbeiten und vermitteln, Lehrveranstaltungen abhalten
  • Studierende betreuen, Prüfungen abnehmen
  • Forschungsprojekte durchführen

(berufenet.arbeitsagentur.de)

Foto: panthermedia.net/yacobchuk1

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