Ausbildung als Gastronom/-in

Gastronomen und Gastronominnen planen, organisieren und überwachen die Arbeitsabläufe in Hotel- oder Gaststättenbetrieben.

Die Weiterbildung im Überblick

Gastronom/in ist eine landesrechtlich geregelte berufliche Weiterbildung an Fachschulen , die 1-2 Jahre dauert.

Voraussetzung für die Aufnahme in eine Fachschule sind in der Regel der Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf, z.B. des Hotel- und Gaststättengewerbes, sowie entsprechende einschlägige Berufspraxis.
Schulische Mindestvoraussetzung ist üblicherweise ein Hauptschulabschluss mit Fremdsprache.
Alternativ kann man z.B. mit einer achtjährigen einschlägigen Berufspraxis zur Weiterbildung zugelassen werden.
Beim Umgang mit Lebensmitteln benötigt man eine Belehrung und eine Bescheinigung des Gesundheitsamtes.
Darüber hinaus werden bei ausländischen Bewerbern ausreichende deutsche Sprachkenntnisse vorausgesetzt.

Typische Branchen

Gastronomen und Gastronominnen finden Beschäftigung in erster Linie

  • in Betrieben der Gastronomie und Hotellerie, z.B. Restaurants, Cafés, Kantinen
  • bei Cateringunternehmen

Darüber hinaus finden sie auch Beschäftigung

  • in gastronomischen Betrieben von Gesundheitseinrichtungen, Kaufhäusern, Sport- und Fitnesseinrichtungen

Wichtige Vorkenntnisse

Vertiefte Kenntnisse in folgenden Bereichen bilden gute Voraussetzungen für das erfolgreiche Bestehen der Weiterbildungsprüfung:

Rechnungswesen:

In der Prüfung sind auch Aufgaben aus dem Fach Rechnungswesen zu bearbeiten. Gute Kenntnisse in diesem Bereich sind deshalb erforderlich.
Im Berufsleben gehört Rechnungswesen für Gastronomen und Gastronominnen zum Alltag, z.B. beim Kalkulieren der Preise, bei der Inventur oder beim Buchen von Geschäftsvorgängen.

Wirtschaft/Recht:

In der Prüfung sind u.a. Fragen aus der Betriebswirtschaftslehre, der Personalwirtschaft und dem Arbeitsrecht zu beantworten.
Um im späteren Berufsalltag die Unternehmensabläufe planen und steuern zu können, benötigen Gastronomen und Gastronominnen Kenntnisse aus der Volks- und Betriebswirtschaftslehre ebenso wie aus dem Arbeitsrecht.

Interessen

Folgende Interessen sind wichtig und hilfreich, um diesen Weiterbildungsberuf ausüben zu können. Dabei werden besonders die Interessen hervorgehoben, die im Vergleich zu den einschlägigen Ausbildungsberufen an Bedeutung gewinnen. Zu jedem Interessenbereich werden zur Veranschaulichung Tätigkeiten genannt.
  • Interesse an kaufmännisch-organisatorischen Tätigkeiten
    • z.B. Planen von Marketing-Maßnahmen eines Gastronomiebetriebes nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten
    • z.B. Anleiten und fachliches Unterstützen der Mitarbeiter/innen bei der Planung und Durchführung von Banketten, um anhaltend gute Arbeitsergebnisse zu erzielen und die Kundenzufriedenheit zu gewährleisten
    • z.B. Ermitteln des Bedarfs an Lebensmitteln und sonstigen gastronomischen Waren und kostenbewusstes Einkaufen der Vorräte
  • Interesse an organisatorisch-prüfenden Tätigkeiten
    • z.B. Kontrollieren und Überwachen rationeller Arbeitsabläufe in Gastronomiebetrieben
    • z.B. Überprüfen der Einhaltung rechtlicher Vorschriften z.B. aus dem Bereich des Lebensmittelrechts
  • Interesse an sozial-beratenden Tätigkeiten
    • z.B. serviceorientiertes Beraten von Gästen über gastronomische Angebote
  • Interesse an praktisch-konkreten Tätigkeiten
    • z.B. Mitarbeit bei der Speisenbereitung, vor allem bei aufwendigen und anspruchsvollen Gerichten

Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten

Folgende Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten werden für die Ausübung der möglichen Tätigkeiten im Weiterbildungsberuf benötigt. Bei einigen Fähigkeiten wird ein Ausprägungsgradgenannt. Dieser gilt für den mittleren oder typischen Vertreter dieses Berufes.

Fähigkeiten

  • Gut durchschnittliches allgemeines intellektuelles Leistungsvermögen
  • Gut durchschnittliches rechnerisches Denken(Beispiele siehe unter Kenntnisse und Fertigkeiten)
  • Gut durchschnittliches sprachliches Denken(Beispiele siehe unter Kenntnisse und Fertigkeiten)
  • Kaufmännische Befähigung(z.B. Beobachten des Marktes; Entwickeln von Trends; Anstellen von Rentabilitätsberechnungen)
  • Befähigung zum Planen und Organisieren(z.B. Planen und Durchführen von Banketten, Events und Sonderveranstaltungen)
  • Pädagogisches Geschick(z.B. Schulen von Auszubildenden und Nachwuchskräften im Betrieb; Anleiten und Einarbeiten der Mitarbeiter/innen)
Hinweis: Die Ausprägungsgrade beziehen sich auf Personen mit mittlerem Bildungsabschluss.
Darüber hinaus werden folgende Fähigkeiten benötigt, die auch für die Ausübung der Tätigkeiten in den einschlägigen Ausbildungsberufen erforderlich sind:
  • Merkfähigkeit(z.B. Einprägen von Namen, Vorlieben und Wünschen von Gästen)
  • Umstellungsfähigkeit(z.B. schnelles Reagieren auf unterschiedliche Anforderungen von Gästen, Lieferanten, Mitarbeitern oder Mitarbeiterinnen bei einer Festveranstaltung)
  • Handgeschick(z.B. Arbeiten im Service; Aufziehen von Bettwäsche; Mitarbeiten bei Aufräum- und Reinigungsarbeiten)

Kenntnisse und Fertigkeiten

  • Rechenfertigkeiten(z.B. Auswerten von betrieblichen Kennzahlen; Errechnen von Kosten und Erträgen; Kalkulieren von Verkaufspreisen; Durchführen von Personalplanungen; Vorbereiten des Jahresabschlusses)
  • Verständnis für mündliche Äußerungen(z.B. Verstehen von ungenau geäußerten oder schwierigen Wünschen der Gäste)
  • Mündliches Ausdrucksvermögen(z.B. Repräsentieren des Unternehmens gegenüber Kunden oder Reisebüros; Verhandeln mit Reisebüros und Lieferanten)
  • Textverständnis(z.B. Informieren über Trends und aktuelle Themen in Tageszeitungen und Fachzeitschriften oder durch Internetrecherche)
  • Schriftliches Ausdrucksvermögen und Rechtschreibsicherheit(z.B. Führen des Schriftverkehrs mit Banken, Reiseveranstaltern, Lieferanten, Kunden oder Gästen)

Weiterbildungsinhalte

  • Gäste beraten, empfangen und beherbergen
  • Mitarbeiter führen und fördern
  • Arbeitsabläufe planen, durchführen und kontrollieren
  • Produkte beschaffen und pflegen
  • Leistungen planen, organisieren und vermarkten
  • Restaurantkunde
  • marktorientierte Unternehmensführung
  • Verträge mit Lieferanten und Gästen
  • Kommunikation und Informationsmanagement

Zusatzkenntnisse

Je nach Angebot der einzelnen Schulen werden Zusatzkenntnisse vermittelt, die z.B. den Erwerb des mittleren Bildungsabschlusses oder der Ausbildereignung ermöglichen.
Die Abschlussprüfung als Gastronom/in kann zudem als erfolgreicher Abschluss des theoretischen Teils einer Meisterprüfung im Gastgewerbe anerkannt werden.

Zusatzqualifikationen

Es werden unterschiedliche Zusatzqualifikationen angeboten, z.B.
  • theoretischer Teil der Meisterprüfung im Gastgewerbe als Küchenmeister, Restaurantmeister oder Hotelmeister
  • Prüfung zum Europäischen Management-Diplom der Hotelfachschulvereinigung EURHODIP

Aufgaben und Tätigkeiten kompakt

Gastronomen und Gastronominnen legen den Speiseplan fest, erstellen Menükarten, planen den Einkauf der Lebensmittel und sorgen dafür, dass genug Personal im Einsatz ist, um einen reibungslosen Arbeitsablauf zu gewährleisten. Sie achten darauf, dass rechtliche Rahmenbedingungen, z.B. lebensmittelrechtliche Bestimmungen, konsequent eingehalten werden. Zu ihren kaufmännischen Aufgaben gehören die Preiskalkulation, das Buchen von Geschäftsvorgängen, die Lohn- und Gehaltsabrechnung und das Controlling. Ggf. arbeiten sie mit Reisebüros, Reiseveranstaltern und anderen Großkunden zusammen, bieten spezielle Veranstaltungen und Programme an oder vereinbaren Sonderkonditionen. Sie empfangen und betreuen ihre Kunden bzw. Gäste und stehen mit Vertretern von Behörden in Kontakt, z.B. hinsichtlich Konzessionen oder im Zusammenhang mit lebensmittelrechtlichen Kontrollen.

Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen

  • den Betrieb organisieren und kontrollieren
    • Arbeitsabläufe festlegen
    • Materialbedarf ermitteln und Waren bestellen
    • Speise- und Menükarten erstellen
    • Angebote ausarbeiten, Preise kalkulieren
    • Budgets planen und erstellen
    • an der Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter/innen mitwirken, Mitarbeiter/innen anleiten
    • Einhaltung rechtlicher Vorschriften z.B. aus dem Bereich des Lebensmittelrechts überprüfen
  • kaufmännisch-verwaltende Büroarbeiten erledigen
    • Zahlungsvorgänge bearbeiten und überwachen
    • den Schriftverkehr mit Lieferanten und Kunden abwickeln
    • Einkaufs- und Verkaufsverhandlungen führen
    • Geschäftsvorgänge buchen und Buchungskonten führen
    • Lohn und Gehalt abrechnen
    • Inventuren durchführen
  • Aufgaben in Öffentlichkeitsarbeit und Marketing wahrnehmen
    • Bankette, Events und Sonderveranstaltungen planen und durchführen
    • Werbe- und Marketingmaßnahmen planen und durchführen
    • ggf. Reisebüros und Reiseveranstalter als Großkunden gewinnen

Leitungsfunktionen bei Selbstständigkeit

  • die Grundsätze für das gesamte kaufmännische, personelle und technische Geschehen gestalten
  • die Geschäftspolitik bestimmen, künftige Betriebsstrategien entwickeln und festlegen

(berufenet.arbeitsagentur.de)

Foto: panthermedia.net/GaudiLab

Jobs

Finde hier deinen Ausbildungsplatz

Weitere Berufe