Ausbildung als Gebäudereiniger/-in

Gebäudereiniger/innen reinigen überwiegend den Innen- und Außenbereich von Gebäuden aller Art.

Die Ausbildung im Überblick

Gebäudereiniger/in ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf im Handwerk.

Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.
Die Betriebe stellen überwiegend Ausbildungsanfänger/innen mit Hauptschulabschluss ein

Typische Branchen

Gebäudereiniger/innen finden Beschäftigung

  • bei Gebäudereinigungsunternehmen
  • bei Dienstleistern für die Reinigung von Verkehrsmitteln
  • in Betrieben für Desinfektion und Schädlingsbekämpfung

Wichtige Schulfächer

Vertiefte Kenntnisse in folgenden Schulfächern bilden gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung:

Mathematik:

Angehende Gebäudereiniger/innen berechnen den Verbrauch von Reinigungsmitteln. Dazu müssen sie die Grundrechenarten und das Prozentrechnen beherrschen.

Chemie/Physik:

Zum richtigen Mischen und Anwenden von Reinigungs- und Lösungsmitteln sind in der Ausbildung chemische und physikalische Kenntnisse nötig.

Interessen

Folgende Interessen sind wichtig und hilfreich, um diesen Beruf erlernen und ausüben zu können. Die Interessen sind in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit genannt. Zu jedem Interessenbereich werden zur Veranschaulichung Tätigkeiten genannt.
  • Interesse an praktisch-konkreten Tätigkeiten
    • z.B. Reinigen von Fassaden oder Verglasungen
    • z.B. Saugen oder Kehren von Böden
    • z.B. Entleeren von Papierkörben
  • Interesse an organisatorisch-prüfenden Tätigkeiten
    • z.B. Kontrolle des Reinigungserfolgs
    • z.B. Auswählen des Reinigungsverfahrens aufgrund der Art der Verschmutzung

Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten

Folgende Fähigkeiten , Kenntnisse und Fertigkeiten werden benötigt, um den Beruf lernen und ausüben zu können. Bei einigen Fähigkeiten wird ein Ausprägungsgrad genannt. Dieser gilt für den mittleren oder typischen Vertreter dieses Berufes.

Fähigkeiten

  • Durchschnittliches allgemeines intellektuelles Leistungsvermögen 
  • Auge-Hand-Koordination (z.B. Säubern von Scheiben mit dem Fensterwischer)
  • Körperbeherrschung (z.B. Arbeiten auf Leitern oder Hebebühnen)
  • Handwerkliches Geschick (z.B. Säubern von Fassaden und Mauerwerk mittels Hochdruck- und Dampfreinigungsgeräten)
  • Befähigung zum Planen und Organisieren (z.B. Auswählen und Bereitstellen von geeigneten Maschinen, Arbeitsgeräten, Reinigungs-, Pflege- und Oberflächenbehandlungsmitteln)
Hinweis: Die Ausprägungsgrade beziehen sich auf Personen mit Hauptschulabschluss.

Kenntnisse und Fertigkeiten

  • Rechenfertigkeiten (z.B. Berechnen des Verbrauchs von Reinigungsmitteln)
  • Verständnis für mündliche Äußerungen (z.B. Abstimmen mit Kollegen und Kolleginnen)

Im Ausbildungsbetrieb lernen die Auszubildenden beispielsweise:

  • wie man Oberflächenbehandlungsmittel, insbesondere Reinigungs-, Desinfektions- und Pflegemittel, prüft, lagert, auswählt und für den Einsatz vorbereitet
  • wie Verschmutzungen und Veränderungen von Oberflächen sowie deren Behandlungsmaßnahmen beurteilt werden
  • welche Arten von Reinigung es gibt in Bezug auf textile Raumausstattung, Lichtschutz- und Wetterschutzanlagen oder Glas
  • welche Maßnahmen zum Explosionsschutz es gibt
  • was bei der Entsorgung von Schmutzflotten und Gefahrstoffen zu beachten ist
  • wie man die Betriebssicherheit insbesondere beim Einsatz von Fassadenbefahranlagen und Hubarbeitsbühnen beurteilt und veranlasst
  • was man bei Reinigungsarbeiten in Gesundheitseinrichtungen, insbesondere Krankenhäusern, beachten muss
  • wie Verkehrseinrichtungen sowie Lichtquellen und Absperrungen aufgestellt werden, wie Verkehrseinrichtungen gereinigt und Pflegemaßnahmen durchgeführt werden
  • wie man Maßnahmen zur Hygiene und Schädlingsbekämpfung durchführt
  • wie man ausgeführte Arbeiten anhand der Vorgaben prüft
Darüber hinaus werden während der gesamten Ausbildung Kenntnisse über Themen wie Rechte und Pflichten während der Ausbildung, Organisation des Ausbildungsbetriebs und Umweltschutz vermittelt.

In der Berufsschule erwirbt man weitere Kenntnisse:

  • in berufsspezifischen Lernfeldern (z.B. Behandeln von nichttextilen Fußböden, Behandeln von Sanitärbereichen)
  • in allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch und Wirtschafts- und Sozialkunde

Zusatzqualifikationen

Die Zusatzqualifikation „Europaassistent/in“ eröffnet für Auszubildende mit einem mittleren Bildungsabschlussdie Möglichkeit, interkulturelle Kompetenzen aufzubauen, Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern und sich fachlich – über die Erstausbildung hinaus – zu bilden. Bestandteile der Zusatzqualifikation sind ein besonderer Berufsschulunterricht (z.B. Europäisches Waren- und Wirtschaftsrecht) und ein mehrwöchiges Praktikum im Ausland.

Aufgaben und Tätigkeiten kompakt

Gebäudereiniger/innen säubern Innenräume und Außenfassaden unterschiedlicher Gebäude. Anhand eines selbst erstellten Arbeitsplans wählen sie zunächst die benötigten Maschinen, Geräte und chemischen Mittel aus. Sie beurteilen Oberflächen bzw. den Grad der Verschmutzung und entscheiden sich dann für ein geeignetes Reinigungsverfahren. So wischen sie Böden feucht oder nass, entfernen Flecken in Teppichen, reinigen Fassaden mit speziellen Geräten und kehren die Gebäudeumgebung. Auch spezielle Hygienekonzepte, z.B. für Krankenhäuser oder Reinräume , setzen Gebäudereiniger/innen um. Daneben halten sie Maschinen und Geräte instand und lagern die benötigten Arbeitsmittel fachgerecht.

Aufgaben und Tätigkeiten (Beschreibung)

Worum geht es?

Gebäudereiniger/innen reinigen überwiegend den Innen- und Außenbereich von Gebäuden aller Art.

Sauber!

Gebäudereiniger/innen beginnen ihre Arbeit in der Regel in den frühen Morgenstunden. Wenn sie z.B. in einem großen Bürogebäude eingesetzt sind, befreien sie jedes Büro von Staub und Schmutz. Für die marmorgeflieste Empfangshalle stehen ihnen eine Bodenreinigungsmaschine und Dampfreinigungsgeräte zur Verfügung, die Teppichböden behandeln sie mit Sauggeräten. Den Teppich im Konferenzzimmer ziert ein Kaffeefleck, ein Ledersessel hat einen Tintenfleck abbekommen? In ihrem Fundus an Reinigungsmitteln finden Gebäudereiniger/innen für jede Art von Verschmutzung die passende Lösung. Nachdem sie die Böden gesäubert haben, widmen sie sich mit Schwämmen und Poliertüchern den Bürotischen, mit antistatischen Mikrofasertüchern dem Staub auf EDV-Anlagen. Auch die Papierkörbe leeren sie aus, trennen den Müll und entsorgen ihn. Nun sind die sanitären Einrichtungen an der Reihe. Um beim Putzen mit den teilweise scharfen Reinigungs- und Desinfektionsmitteln Hautreizungen vorzubeugen, tragen Gebäudereiniger/innen Handschuhe. Die gleichen Tätigkeiten gehören zur sogenannten Unterhaltsreinigung, d.h. zu der regelmäßigen Grund- bzw. täglichen Standardreinigung. Während hier die Fachkräfte einzelne Arbeitsschritte bzw. deren Aufteilung mit einigen Kollegen routiniert erledigen, erwartet ein anderes Team ein Spezialauftrag in luftiger Höhe: Die Glasfassade eines Möbelhauses bedarf einer Säuberung.

Glänzende Aussichten

Fachgerecht setzen Gebäudereiniger/innen bei großen Glaskonstruktionen unterschiedliche Fassadenbefahranlagen, aber auch hydraulische Hebebühnen, Spezialleitern oder Gerüste ein. Sie müssen also schwindelfrei sein. Im Freien sind sie zudem Wind, Regen oder Sonne ausgesetzt und arbeiten teilweise über Kopf. Um Verletzungen bei Unfällen vorzubeugen, tragen Gebäudereiniger/innen Sicherheitsschuhe und -helm. Außerdem benötigen sie mitunter Auffanggurte bzw. Sicherheitsgeschirr. Systematisch reinigen sie die Glasscheiben mit Fensterwischern. Bei der Wahl der Reinigungschemie achten sie darauf, die umliegenden Teile der Fassade nicht zu beschädigen bzw. ein umweltgerechtes Mittel zu verwenden. Aber auch Hausfassaden von Gebäuden aller Art – von der Fabrik über die Villa bis zur Kirche – erhalten unter den Händen von Gebäudereinigern und -reinigerinnen ihr ursprüngliches Erscheinungsbild zurück. Hierfür reinigen sie zunächst die durch Umwelteinflüsse wie Autoabgase oder wechselnde Witterungsbedingungen pflegebedürftigen Außenfronten. Wenn sie dabei Hochdruck- und Dampfreinigungsgeräte einsetzen, tragen sie Schutzkleidung und -brille. Erstrahlt das Gebäude in neuem Glanz, imprägnieren Gebäudereiniger/innen die Fassade mit einer atmungsaktiven und wasserabstoßenden Schicht.

Von Kunde zu Kunde ein neues Aufgabenfeld

Je nach Kunde eröffnet sich Gebäudereinigern und Gebäudereinigerinnen ein neues Aufgabenfeld: In Krankenhäusern ist es besonders wichtig, auf Hygiene zu achten und mögliche Infektionsquellen zu beseitigen bzw. gar nicht erst entstehen zu lassen. Vom Operationssaal bis zur Krankenhausküche reinigen und desinfizieren die Fachkräfte Räume und Raumausstattung mit keimtötenden, antimikrobiellen Mitteln und stellen ggf. auch die hohen hygienischen Anforderungen im Wäscheservice sicher. Wenn nötig, gehören auch Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen zu ihrem Repertoire. Abhängig vom Dienstleistungsangebot ihres Reinigungsunternehmens sind Gebäudereiniger/innen nahezu überall einsetzbar – ob sie Reinräume von Betrieben der Halbleitertechnik, öffentliche Gebäude wie Bahnhöfe und Schwimmbäder oder Verkehrsmittel säubern. Auch Parks und Grünanlagen pflegen sie, Gehwege befreien sie im Winter von Schnee. Flexibel sind auch ihre Arbeitszeiten. Wenn sie z.B. in Werkstätten oder Industriebetrieben Schleifstaub, Metallspäne oder Holzmehl beseitigen, Maschinen sowie Wasch- und Umkleideräume reinigen, sind sie oft spätnachmittags oder abends beschäftigt. In besonderen Fällen sind auch Arbeitszeiten am Wochenende oder nachts möglich.

Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen

  • Reinigungs- und Säuberungsarbeiten durchführen
    • Bauverschmutzungen bei Neu- und Umbauten sowie nach Renovierungsarbeiten beseitigen
    • Fassaden reinigen, ggf. Fassaden aus Natur- und Kunststein mit Steinimprägnierungsmitteln behandeln
    • Verglasungen (ein-, zwei- oder mehrseitig) reinigen
    • Gebäudeinnenreinigung/Unterhaltsreinigung (Fußböden/Raumausstattung)
    • Krankenhausreinigung unter Berücksichtigung spezieller hygienischer Notwendigkeiten
    • industrielle Gebäude und Anlagen, Schulen, Verwaltungsgebäude reinigen
    • Reinigung und Pflege von Holz- und Steinfußböden, Bodenbelägen, Wänden, Türen, Decken, Gegenständen der Raumausstattung, haus- und klimatechnischen sowie sanitären Einrichtungen, von Fensterrahmen, Glasflächen und Fassaden
    • spezielle und besondere Reinigungsarbeiten, wie z.B. anlässlich von Messen und Ausstellungen, Reinigung und Pflege von Parks und Gärten, Schneeräumung auf Gehwegen, Hausmeisterservice, Reinigung textiler Bodenbeläge, Gardinenpflege, Hygiene- und Sanitärservice, Kanal- und Rohrreinigung
    • Reinigungsverfahren anwenden, wie z.B. Kehren, Feucht- und Nasswischen, Waschen, Abziehen, Schleifen, Versiegeln, Saugen, Shampoonieren, Extrahieren , Entfetten, Neutralisieren sowie Desinfizieren 
    • Fassaden und Mauerwerk z.B. mittels Hochdruck- und Dampfreinigungsgeräten säubern
    • Spezialgeräte bei der Reinigung von Reinräumen anwenden
  • Arbeiten vorbereiten
    • Arbeitspläne unter Vorgabe von Zeit- und Reihenfolge der einzelnen Arbeitsgänge erstellen
    • Beschaffenheit der zu reinigenden Flächen beurteilen, die jeweiligen Reinigungsverfahren festlegen
    • die geeigneten Maschinen, Arbeitsgeräte, Reinigungs-, Pflege- und Oberflächenbehandlungsmittel auswählen und bereitstellen
    • ggf. Leitern, Gerüste, Arbeitsbühnen aufstellen

(berufenet.arbeitsagentur.de)

Foto: pixabay.com

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