Ausbildung als Altenpfleger/-in

Altenpfleger/innen betreuen und pflegen hilfsbedürftige ältere Menschen. Dabei unterstützen sie diese auch bei der Bewältigung des Alltags. Außerdem beraten und motivieren sie zu sinnvoller Beschäftigung und nehmen pflegerisch-medizinische Aufgaben wahr.

Die Ausbildung im Überblick

Es ist eine bundesweit einheitlich geregelte schulische Ausbildung an Berufsfachschulen für Altenpflege.

Das heißt sie dauert 3 Jahre und führt zu einer staatlichen Abschlussprüfung.

Typische Branchen

Als Altenpfleger/innen findest du in erster Linie Beschäftigung…

  • in Altenwohn- und -pflegeheimen
  • bei ambulanten Altenpflege- und Altenbetreuungsdiensten
  • in geriatrischen und gerontopsychiatrischen Abteilungen von Krankenhäusern
  • in Hospizen
  • in Pflege- und Rehabilitationskliniken

Darüber hinaus findest du auch Beschäftigung…

  • in Privathaushalten

Interessen

Folgende Interessen sind wichtig und hilfreich, um diesen Beruf erlernen und ausüben zu können. Die Interessen sind in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit genannt. Zu jedem Interessenbereich werden zur Veranschaulichung Tätigkeiten genannt.
  • Interesse an sozial-beratenden Tätigkeiten
    • z.B. Unterstützen von älteren Menschen bei der Körperpflege, der Nahrungsaufnahme sowie beim An- und Auskleiden
    • z.B. geduldiges Anregen der Betreuten zur Aktivierung
    • z.B. einfühlsames Beraten von älteren Menschen in schwierigen Lebenssituationen
  • Interesse an verwaltend-organisatorischen Tätigkeiten
    • z.B. sorgfältiges Verwalten der persönlichen Daten der zu pflegenden Personen
    • z.B. gewissenhaftes Dokumentieren der Pflegemaßnahmen
    • z.B. Abrechnen von Pflegeleistungen
  • Interesse an praktisch-konkreten Tätigkeiten
    • z.B. Wechseln von Verbänden oder Einreiben mit Salben
    • z.B. Umbetten von bettlägerigen Personen
  • Interesse an theoretisch-abstrakten Tätigkeiten
    • z.B. Erkennen und Analysieren der Befindlichkeiten der Patienten

Charakteristische körperliche Anforderungen

Die Ausübung des Berufs kann folgende körperliche Anforderungen mit sich bringen. Die Angaben müssen nicht zwingend für jedes Tätigkeitsprofil oder jede berufliche Einsatzmöglichkeit gelten.
  • Belastbarkeit der Wirbelsäule, Beine, Arme und Hände (z.B. Bettlägerige umbetten)
  • Körperkraft (z.B. Bettlägerige anheben; verschiedene Hilfsmittel wie Rollbetten bewegen)
  • Körperliche Ausdauer (z.B. lang andauernde Belastung, um täglich mehrere Patienten zu versorgen oder bei der Grund- und Körperpflege zu unterstützen)
  • Funktionstüchtigkeit der Arme und Hände (z.B. Pflegebedürftige einreiben und verbinden)
  • Ungestörtes Sprechvermögen (z.B. mit Pflegebedürftigen sprechen und sie motivieren)
  • Nahsehvermögen – auch korrigiert (z.B. Krankheitssymptome erkennen)
  • Hörvermögen und Sprachverständnis (z.B. auch undeutliche Äußerungen der Pflegebedürftigen verstehen; an Teambesprechungen teilnehmen)
  • Intakter Tastsinn, intaktes Temperaturempfinden (z.B. Temperatur, Hautveränderungen oder Verletzungen erfühlen und erkennen)
  • Gesunde, widerstandsfähige Haut an Händen und Armen (z.B. ständiger Kontakt mit Einreibe-, Wasch-, Pflege- und Reinigungsmitteln sowie verschiedenen allergieauslösenden Substanzen)
  • (Intaktes) Belastbares Nervensystem (z.B. gefühlsmäßig belastende Situationen und Tätigkeiten, wenn Sterbende begleitet werden; häufig Stress und Zeitdruck in medizinischen Einrichtungen)
Hinweis: Diese Informationen bilden keine Grundlage für rechtliche Schritte und sind nicht im Sinne einer medizinischen Eignungsfeststellung zu verstehen. Die tatsächliche körperliche Eignung muss im Einzelfall durch eine ärztliche Untersuchung festgestellt werden.

Berufsrelevante gesundheitliche Einschränkungen

Folgende gesundheitliche Einschränkungen könnten bei der Ausübung des Berufs zu Problemen führen. Die Angaben müssen nicht zwingend für jedes Tätigkeitsprofil oder jede berufliche Einsatzmöglichkeit gelten. Immer häufiger gibt es zudem Möglichkeiten, Einschränkungen beispielsweise durch technische Hilfsmittel zu kompensieren.
  • Eingeschränkte Belastbarkeit der Wirbelsäule, Beine, Arme und Hände (z.B. Bettlägerige umbetten)
  • Muskelschwäche, fehlende Muskelkraft (z.B. Bettlägerige anheben; verschiedene Hilfsmittel wie Rollbetten bewegen)
  • Mangelnde körperliche Ausdauer (z.B. lang andauernde Belastung, um täglich mehrere Patienten zu versorgen oder bei der Grund- und Körperpflege zu unterstützen)
  • Eingeschränkte Funktionstüchtigkeit der Arme und Hände (z.B. Pflegebedürftige einreiben und verbinden)
  • Sprachstörung, Sprachfehler (z.B. mit Pflegebedürftigen sprechen und sie motivieren)
  • Nicht korrigierbare Sehschwäche für die Nähe (z.B. Krankheitssymptome erkennen)
  • Hörminderung, Schwerhörigkeit, Taubheit, Hörstörung, chronische Ohrenleiden (z.B. auch undeutliche Äußerungen der Pflegebedürftigen verstehen; an Teambesprechungen teilnehmen)
  • Gestörter Tastsinn, gestörtes Temperaturempfinden (z.B. Temperatur, Hautveränderungen oder Verletzungen erfühlen und erkennen)
  • Chronische oder allergische Hauterkrankungen oder mangelnde Widerstandsfähigkeit der Haut an Händen und Armen (z.B. ständiger Kontakt mit Einreibe-, Wasch-, Pflege- und Reinigungsmitteln sowie verschiedenen allergieauslösenden Substanzen)
  • Schwere vegetative oder nervliche Erkrankungen (z.B. gefühlsmäßig belastende Situationen und Tätigkeiten, wenn Sterbende begleitet werden; häufig Stress und Zeitdruck in medizinischen Einrichtungen)
  • Suchtkrankheiten (z.B. große Verantwortung gegenüber den zu Pflegenden; Zugang zu Medikamenten und Suchtmitteln)
  • Stoffwechselkrankheiten (z.B. Belastungen durch Schichtarbeit)
  • Chronische Magen- oder Darmleiden (z.B. Belastungen durch Schichtarbeit)
Hinweis: Diese Informationen bilden keine Grundlage für rechtliche Schritte und sind nicht im Sinne einer medizinischen Eignungsfeststellung zu verstehen. Die tatsächliche körperliche Nichteignung muss im Einzelfall durch eine ärztliche Untersuchung festgestellt werden.

Arbeits-/Sozialverhalten

Einige Merkmale des Arbeits- und Sozialverhaltens sind gleichermaßen für alle Berufe relevant und werden deshalb nicht gesondert erwähnt. Hierzu gehören: Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Kritikfähigkeit sowie angemessene Umgangsformen. Zusätzlich werden die nachfolgend genannten berufsspezifischen Merkmale benötigt, um diesen Beruf ausüben zu können.
  • Leistungs- und Einsatzbereitschaft (z.B. Bereitschaft, mit schwierigen Pflegebedürftigen wie etwa dementen Personen zu arbeiten und die dafür notwendigen Lehrgänge und Kurse zu absolvieren)
  • Sorgfalt (z.B. exaktes Durchführen von Vorbeugungsmaßnahmen gegen Thrombosen)
  • Verantwortungsbewusstsein und -bereitschaft (z.B. genaues Einhalten von Pflegeanweisungen, um lebensgefährdende Stürze oder Wundliegen zu vermeiden)
  • Entscheidungsfähigkeit (z.B. rasches Entscheiden über angemessene pflegerische Maßnahmen)
  • Selbstständige Arbeitsweise (z.B. eigenständiges Organisieren und Koordinieren der Betreuung und Pflege alter Menschen zu Hause)
  • Verschwiegenheit (Stillschweigen wahren über Krankengeschichte und generell über persönliche Daten der zu pflegenden Personen)
  • Psychische Belastbarkeit (z.B. leistungsfähig und freundlich bleiben beim ständigen Arbeiten unter Zeitdruck aufgrund der hohen Anzahl der zu Betreuenden)
  • Psychische Stabilität (z.B. zugewandtes Verhalten und gleichzeitige professionelle Distanz bei der Begleitung von Sterbenden)
  • Kommunikationsfähigkeit (z.B. verständliches Informieren und Beraten der älteren Menschen über die Beschäftigungs- und Aktivierungsmaßnahmen)
  • Kontaktbereitschaft (z.B. Herstellen und Halten von Kontakten mit älteren Menschen)
  • Konfliktfähigkeit (z.B. alltägliche und besondere Probleme der älteren Menschen untereinander erkennen und angemessen reagieren)
  • Beherrschtheit / Selbstkontrolle (z.B. Ruhe bewahren beim Umgehen mit z.T. verwirrten oder aggressiven älteren Menschen)
  • Einfühlungsvermögen (z.B. Gespür für die Bedürfnisse, Wünsche und Sorgen älterer und pflegebedürftiger Menschen)
  • Freundlich-gewinnendes Wesen (z.B. Ermuntern älterer Menschen zu selbstständigem Verhalten)
  • Durchsetzungsvermögen (z.B. Ausführen pflegerischer Maßnahmen auch gegen Widerstände)

Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten

Folgende Fähigkeiten , Kenntnisse und Fertigkeiten werden benötigt, um den Beruf lernen und ausüben zu können. Bei einigen Fähigkeiten wird ein Ausprägungsgrad genannt. Dieser gilt für den mittleren oder typischen Vertreter dieses Berufes.

Fähigkeiten

  • Knapp durchschnittliches allgemeines intellektuelles Leistungsvermögen 
  • Knapp durchschnittliches sprachliches Denken (Beispiele siehe unter Kenntnisse und Fertigkeiten)
  • Beobachtungsgenauigkeit (z.B. Erkennen pflegerelevanter Krankheitsbilder und ihrer Symptome etwa während der Nachtwache)
  • Merkfähigkeit (z.B. Gedächtnis für Namen und individuelle Besonderheiten trotz häufigem Wechsel der zu betreuenden Personen)
  • Umstellungsfähigkeit (z.B. Wechseln zwischen Tätigkeiten der Körperpflege, dem Zubereiten von Mahlzeiten, dem An- und Auskleiden)
  • Handgeschick (z.B. Wechseln von Verbänden oder Einreiben mit Salben)
  • Befähigung zum Planen und Organisieren (z.B. Organisieren der pflegerischen Arbeiten wie Körperpflege und Essensausgabe auf einer Pflegestation)
  • Pädagogisches Geschick (z.B. Motivieren und Aktivieren älterer Menschen im Tagesablauf)
Hinweis: Die Ausprägungsgrade beziehen sich auf Personen mit mittlerem Bildungsabschluss.

Kenntnisse und Fertigkeiten

  • Verständnis für mündliche Äußerungen (z.B. Verstehen von Äußerungen hilfsbedürftiger älterer Menschen)
  • Mündliches Ausdrucksvermögen (z.B. Kommunizieren mit alten Menschen, Angehörigen, Mitarbeitern oder Mitarbeiterinnen sozialer Einrichtungen oder Behörden; Anleiten von betreuten Menschen bei aktivierenden Maßnahmen)
  • Textverständnis (z.B. Lesen und Verstehen von Pflegedokumentationen und Pflegeplanungen)
  • Schriftliches Ausdrucksvermögen und Rechtschreibsicherheit (z.B. Abfassen von Pflegeberichten)

Aufgaben und Tätigkeiten kompakt

Altenpfleger/innen pflegen, betreuen und beraten hilfsbedürftige ältere Menschen. Dabei unterstützen sie diese bei Verrichtungen des täglichen Lebens, etwa bei der Körperpflege, beim Essen oder beim Anziehen. Sie sprechen mit ihnen über persönliche Angelegenheiten, motivieren sie zu aktiver Freizeitgestaltung und begleiten sie bei Behördengängen oder Arztbesuchen. Vor allem bei der ambulanten Pflege arbeiten Altenpfleger/innen auch mit Angehörigen zusammen und unterweisen diese in Pflegetechniken. In der Behandlungspflege und Rehabilitation nehmen sie auch therapeutische und medizinisch-pflegerische Aufgaben wahr, z.B. wechseln sie Verbände, führen Spülungen durch und verabreichen Medikamente nach ärztlicher Verordnung.

Aufgaben und Tätigkeiten (Beschreibung)

Worum geht es?

Altenpfleger/innen betreuen und pflegen hilfsbedürftige ältere Menschen. Sie unterstützen diese bei der Alltagsbewältigung, beraten sie, motivieren sie zu sinnvoller Beschäftigung und nehmen pflegerisch-medizinische Aufgaben wahr.

In Würde alt werden

Damit ältere Menschen trotz Gebrechen oder Krankheit ein aktives und weitgehend noch selbstbestimmtes Leben führen können – sei es in der eigenen Wohnung oder in einem Pflegeheim -, ist oft die Pflege und Betreuung im Sinne einer ganzheitlichen Hilfe durch Altenpfleger/innen erforderlich. Diese planen je nach individuellen Bedürfnissen der zu betreuenden Personen den Pflegeprozess. Die auf dieser Grundlage eingeleiteten Maßnahmen dokumentieren sie und werten sie aus. Dies ist wichtig, um z.B. die Behandlungspflege nach ärztlicher Verordnung korrekt durchzuführen und auch nachprüfbar festzuhalten. Beispielsweise messen sie Puls, Temperatur, Blutdruck und ggf. auch den Blutzuckerspiegel, wechseln Verbände, verabreichen Medikamente, legen Infusionen, kontrollieren die Flüssigkeitsbilanz und lagern bettlägerige Personen fachgerecht. Altenpfleger/innen benötigen in ihrem Beruf, den sie in Altenpflegeheimen sowie bei ambulanten Pflegediensten ausüben, neben einem Interesse an Medizin und einer guten Konstitution vor allem Einfühlungsvermögen, Belastbarkeit, Geduld, Verantwortungsbewusstsein und Achtung vor dem Leben.

Pflegen und motivieren

Altenpfleger/innen behandeln ältere Menschen nicht nur, sondern sie beobachten ihre Krankheitsverläufe über einen längeren Zeitraum und versuchen, selbstständige Kompetenzen der zu Pflegenden zu erhalten bzw. zu aktivieren – auch im Sinne einer Rehabilitation. Dazu führen sie z.B. Bewegungstrainings durch. Je nach Bedarf helfen sie im Rahmen der Grundpflege bei der Körperpflege, beim An- und Ausziehen, bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln und bei der Essensaufnahme. Im psychosozialen Bereich betreuen und beraten Altenpfleger/innen ältere Menschen in vielfältiger Weise. Sie gestalten Feste, Ausflüge und Veranstaltungen selbstständig oder in Zusammenarbeit mit den Senioren. Sie fördern und verbessern durch geeignete Maßnahmen die Kommunikation der älteren Menschen untereinander und bieten helfende Gespräche an, um zwischenmenschliche Beziehungen zu fördern und einer Isolation und Vereinsamung vorzubeugen. Dabei gehen sie auch auf mögliche kulturelle Besonderheiten bei Menschen mit Migrationshintergrund ein. Besonders in der häuslichen Pflege unterweisen Altenpfleger/innen Familienangehörige in Pflegetechniken, etwa im korrekten Lagern und im Gebrauch von Hilfsmitteln. Auch das Begleiten Sterbender und das Versorgen Verstorbener gehört zum altenpflegerischen Aufgabenbereich.
Darüber hinaus spielt die Qualitätssicherung der Arbeit eine große Rolle, umso mehr, als es um die Pflege und Betreuung von Menschen geht. Um die nötige Qualität zu gewährleisten, handeln Altenpfleger/innen beispielsweise nach der „Berufsordnung für professionell Pflegende“ des Deutschen Pflegerates e.V.

Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen

  • betreuungsbedürftige alte Menschen in stationären und ambulanten Einrichtungen oder zu Hause eigenverantwortlich und umfassend betreuen und pflegen
    • Grundpflegemaßnahmen ausführen, bei der Körperpflege, beim An- und Auskleiden, bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln und ggf. beim Essen helfen, dabei patientenorientiert und kultursensibel pflegen
    • die Betreuten aktivieren, z.B. zu regelmäßiger Bewegung anregen, zu Bewegungs- und Atemübungen anleiten und dabei helfen
  • nach ärztlicher Verordnung Maßnahmen der Behandlungspflege durchführen und bei der Rehabilitation helfen
    • Medikamente zusammenstellen und verabreichen
    • spezielle Pflegemaßnahmen durchführen (etwa Einläufe, Spülungen und Injektionen durchführen, Verbände wechseln, mit Salben einreiben, Infusionen legen)
  • Kooperieren, Beobachten und Dokumentieren
    • Betreute auf Veränderungen ihres jeweiligen Zustands beobachten
    • Pflegemaßnahmen dokumentieren
    • mit dem behandelnden Arzt/der behandelnden Ärztin zusammenarbeiten (z.B. Arztvisiten vorbereiten, über gesundheitliche und psychische Veränderungen informieren, Maßnahmen absprechen), auch im Rahmen von Case-Management 
  • bei Notfällen und in lebensbedrohlichen Situationen helfen
  • alte Menschen in ihren persönlichen und sozialen Angelegenheiten betreuen und beraten
    • bei der Erhaltung selbstständiger Lebensführung und sinnvoller Gestaltung des Tagesablaufs unterstützen
    • in schwierigen Lebenssituationen beraten, bei Krisen helfend eingreifen (z.B. nach Verlust des Ehepartners bei der Neuordnung des Lebens beraten und unterstützen)
    • Kontakt zu Diensten und Behörden herstellen und erhalten
  • Pflegeberatung nach § 7a Sozialgesetzbuch (SGB) XI durchführen
  • Angehörige beraten und anleiten
  • bei der Freizeitgestaltung und der Pflege sozialer Kontakte unterstützen
  • Sterbende begleiten
  • Verstorbene versorgen
  • organisatorische und verwaltende Tätigkeiten der Altenpflege ausführen; z.B. Pflegeleistungen abrechnen; ggf. die Verwaltung des Nachlasses vorbereiten

Zugang zur Tätigkeit

Die Ausübung der Berufstätigkeit ist reglementiert. Man benötigt eine abgeschlossene Berufsausbildung als Altenpfleger/in und eine entsprechende Berufserlaubnis.

Sonstige Zugangsbedingungen

Wer eine Tätigkeit unter der Berufsbezeichnung „Altenpfleger“ oder „Altenpflegerin“ ausüben will, benötigt dafür die Erlaubnis nach dem Gesetz über die Berufe in der Altenpflege (Altenpflegegesetz). Die Erlaubnis beantragt man bei der zuständigen Landesbehörde.

Zugang zur Ausbildung

Vorausgesetzt wird in der Regel ein mittlerer Bildungsabschluss oder ein Hauptschulabschluss in Verbindung mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung z.B. in der Alten- bzw. der Gesundheits- und Krankenpflegehilfe.
Darüber hinaus wird für den Zugang zur Ausbildung z.B. gefordert:
  • ärztliches Attest über die gesundheitliche Eignung
  • ggf. bestimmte Religionszugehörigkeit (an konfessionell gebundenen, privaten Berufsfachschulen)
  • ggf. Führungszeugnis 

Schulische Vorkenntnisse

Vertiefte Kenntnisse in folgenden Schulfächern bilden gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung:

Sozialkunde: Gute Kenntnisse in Sozialkunde erleichtern es den angehenden Altenpflegern und Altenpflegerinnen, Zusammenhänge des Sozialsystems zu verstehen.

Religionslehre/Ethik: Die Pflege alter Menschen ist vor allem von ethischen Grundsätzen geprägt. Ein gutes Gespür für ethische und religiöse Fragen ist in dieser Ausbildung sehr wichtig.

Deutsch: Angehende Altenpfleger/innen führen in der Ausbildung Pflegeprotokolle und erklären den Senioren Pflegemaßnahmen. Dazu sind gute Deutschkenntnisse erforderlich.

Wirtschaft: Wer gute Kenntnisse aus diesem Fach mitbringt, versteht in der Ausbildung rechtliche Grundlagen und betriebswirtschaftliche Rahmenbedingungen besser.

Mathematik: Mathematik gehört zum Ausbildungsalltag von angehenden Altenpflegern und Altenpflegerinnen, beispielsweise wenn es darum geht, Pflegeleistungen abzurechnen.

Anerkennung ausländischer Qualifikationen

Die Tätigkeit als Altenpfleger/in ist reglementiert. Gemäß Gesetz über die Berufe in der Altenpflege (Altenpflegegesetz – AltPflG) erfordert die Ausübung der Tätigkeit und das Führen der Berufsbezeichnung eine staatliche Erlaubnis. Um mit einem im Ausland erworbenen Abschluss in diesem Beruf zu arbeiten, ist eine berufliche Anerkennung notwendig. Informationen zum Anerkennungsverfahren für den Beruf „Altenpfleger/in“ bietet das Informationsportal der Bundesregierung zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen: www.anerkennung-in-deutschland.de
Zuständige Stellen sind Behörden wie z.B. Landesämter, Regierungspräsidien oder Bezirksregierungen. Bei der Suche nach der zuständigen Stelle für die berufliche Anerkennung helfen der Anerkennungs-Finder und die Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungsstellen des IQ-Netzwerks weiter.

Ausbildungsinhalte

Während des theoretischen und praktischen Unterrichts lernt man beispielsweise:

  • wie man den Gesundheitszustand eines Patienten richtig einschätzt und wie man Erste Hilfe leistet
  • welche Medikamente unter welchen Voraussetzungen verabreicht werden können
  • wie man den Pflegeprozess plant, durchführt, beurteilt und dokumentiert
  • wie man bei der Körperpflege hilft und was bei der Ernährung alter Menschen zu beachten ist
  • welche unterschiedlichen Pflegemodelle (z.B. ambulante Pflege oder Heimunterbringung) und Wohnformen (z.B. betreutes Wohnen) es gibt
  • wie man auf die persönliche soziale Umgebung alter Menschen eingeht
  • wie man die Zusammenarbeit zwischen Angehörigen und Bezugspersonen alter Menschen sowie Pflegepersonal koordiniert
  • welche Rahmenbedingungen und rechtliche Grundlagen der Zusammenarbeit mit ärztlichem Personal und für die Ausbildung und den Beruf in der Altenpflege bestehen
  • welche berufstypischen Konflikte im Alltag entstehen können
  • wie man die Versorgung des/der Verstorbenen vorbereitet und durchführt und die Verwaltung des Nachlasses vorbereitet
Während der Ausbildung werden auch allgemeinbildende Fächer wie Deutsch und Wirtschafts- und Sozialkunde unterrichtet.

Praktische Ausbildung

Während der praktischen Ausbildung werden die im Unterricht erworbenen Kenntnisse vertieft und in den verschiedenen stationären und ambulanten Einrichtungen der Altenpflege angewendet.

Erwerb von Zusatzkenntnissen

Je nach Angebot der einzelnen Schulen werden Zusatzkenntnisse vermittelt, die den Erwerb der Fachhochschulreifeermöglichen.

Stundenverteilung gemäß Ausbildungs- und Prüfungsverordnung

Theoretischer und praktischer Unterricht an der Altenpflegeschule:

  • Aufgaben und Konzepte in der Altenpflege: 1.200 Stunden
  • Unterstützung alter Menschen bei der Lebensgestaltung: 300 Stunden
  • Rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen altenpflegerischer Arbeit: 160 Stunden
  • Altenpflege als Beruf: 240 Stunden
  • Frei verteilbare Stunden: 200 Stunden
Summe: 2.100 Stunden

Praktische Ausbildung an Einrichtungen der Altenpflege:

  • Kennenlernen des Praxisfeldes unter Berücksichtigung institutioneller und fachlicher Konzepte
  • Mitarbeiten bei der Pflege alter Menschen einschließlich Beratung, Begleitung und Betreuung, Mitwirken bei ärztlicher Diagnostik und Therapie unter Anleitung
  • Übernehmen selbstständiger Teilaufgaben entsprechend dem Ausbildungsstand in der Pflege alter Menschen und Mitwirken bei ärztlicher Diagnostik und Therapie unter Aufsicht
  • Übernehmen selbstständiger Projektaufgaben, z.B. bei der Tagesgestaltung oder bei der Gestaltung der häuslichen Pflegesituation
  • Selbstständiges Planen, Durchführen und Reflektieren der Pflege alter Menschen einschließlich Beratung, Begleitung und Betreuung, Mitwirken bei ärztlicher Diagnostik und Therapie unter Aufsicht
Summe: 2.500 Stunden

(berufenet.arbeitsagentur.de)

Foto: pixabay

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