Ausbildung als Anlagenmechaniker/-in

Anlagenmechaniker/innen fertigen Bauteile und montieren sie zu Baugruppen, Apparaten, Rohrleitungssystemen und Anlagen. Sie halten diese auch instand, erweitern sie oder bauen sie um.

Die Ausbildung im Überblick

Anlagenmechaniker/in ist ein 3,5-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf in der Industrie.

Typische Branchen

Anlagenmechaniker/innen finden Beschäftigung in erster Linie

  • in Unternehmen der Metallindustrie
  • in Unternehmen des Anlagenbaus, des Apparate- und Behälterbaus
  • in Unternehmen für Erdöl- und Erdgasförderung
  • bei Gas-, Wasser-, Elektrizitätswerken und Verkehrsbetrieben

Darüber hinaus finden sie auch Beschäftigung

  • in Betrieben des Elektroanlagenbaus
  • in Raffinerien
  • in der chemischen Grundstoffindustrie
In der Regel benötigt man eine abgeschlossene Berufsausbildung als Anlagenmechaniker/in.

Charakteristische körperliche Anforderungen

Die Ausübung des Berufs kann folgende körperliche Anforderungen mit sich bringen. Die Angaben müssen nicht zwingend für jedes Tätigkeitsprofil oder jede berufliche Einsatzmöglichkeit gelten.
  • Belastbarkeit der Wirbelsäule, Beine, Arme und Hände (z.B. über Kopf Rohrleitungen montieren)
  • Körperkraft (z.B. schwere Segmente von Rohrleitungen an ihren Montageort heben)
  • Robuste Gesundheit (z.B. bei der Montage großer Anlagen im Freien bei Kälte, Hitze, Nässe, Feuchtigkeit und Zugluft arbeiten)
  • Funktionstüchtigkeit der Arme und Hände (z.B. Bleche mit Blechscheren zuschneiden; Bauelemente biegen; Metalle schweißen)
  • Schwindelfreiheit (z.B. auf einem Gerüst in großer Höhe einen Kessel an das zugehörige Rohrleitungssystem anschließen)
  • Nahsehvermögen – auch korrigiert (z.B. Maße aus technischen Zeichnungen, Konstruktions- und Montageplänen entnehmen)
  • Gesunde Atemwege und Lunge (z.B. beim Schweißen, Löten und Kleben unter Einwirkung von Rauchgasen und Dämpfen arbeiten)
  • Belastbares Herz-Kreislaufsystem (z.B. bei Belastungen durch körperlich anstrengende Arbeiten)
Hinweis: Diese Informationen bilden keine Grundlage für rechtliche Schritte und sind nicht im Sinne einer medizinischen Eignungsfeststellung zu verstehen. Die tatsächliche körperliche Eignung muss im Einzelfall durch eine ärztliche Untersuchung festgestellt werden.

Berufsrelevante gesundheitliche Einschränkungen

Folgende gesundheitliche Einschränkungen könnten bei der Ausübung des Berufs zu Problemen führen. Die Angaben müssen nicht zwingend für jedes Tätigkeitsprofil oder jede berufliche Einsatzmöglichkeit gelten. Immer häufiger gibt es zudem Möglichkeiten, Einschränkungen beispielsweise durch technische Hilfsmittel zu kompensieren.
  • Eingeschränkte Belastbarkeit der Wirbelsäule, Beine, Arme und Hände (z.B. über Kopf Rohrleitungen montieren)
  • Muskelschwäche, fehlende Muskelkraft (z.B. schwere Segmente von Rohrleitungen an ihren Montageort heben)
  • Infektanfälligkeit, chronische Infektionskrankheiten (z.B. bei der Montage großer Anlagen im Freien bei Kälte, Hitze, Nässe, Feuchtigkeit und Zugluft arbeiten)
  • Eingeschränkte Funktionstüchtigkeit der Arme und Hände (z.B. Bleche mit Blechscheren zuschneiden; Bauelemente biegen; Metalle schweißen)
  • Schwindelneigung (z.B. auf einem Gerüst in großer Höhe einen Kessel an das zugehörige Rohrleitungssystem anschließen)
  • Nicht korrigierbare Sehschwäche für die Nähe (z.B. Maße aus technischen Zeichnungen, Konstruktions- und Montageplänen entnehmen)
  • Chronische oder allergische Atemwegs- und Lungenerkrankungen (z.B. beim Schweißen, Löten und Kleben unter Einwirkung von Rauchgasen und Dämpfen arbeiten)
  • Leistungsvermindernde und chronische Herz- und Kreislauferkrankungen (z.B. bei Belastungen durch körperlich anstrengende Arbeiten)
Hinweis: Diese Informationen bilden keine Grundlage für rechtliche Schritte und sind nicht im Sinne einer medizinischen Eignungsfeststellung zu verstehen. Die tatsächliche körperliche Nichteignung muss im Einzelfall durch eine ärztliche Untersuchung festgestellt werden.

Interessen

Folgende Interessen sind wichtig und hilfreich, um diesen Beruf erlernen und ausüben zu können. Die Interessen sind in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit genannt. Zu jedem Interessenbereich werden zur Veranschaulichung Tätigkeiten genannt.
  • Interesse an praktisch-konkreten Tätigkeiten
    • z.B. Zusammenbauen von Anlagen und Apparaten durch Schraub- und Schweißverbindungen
    • z.B. millimetergenaues Schneiden und Biegen von Blechen
    • z.B. Montieren von Anlagen und Apparaten vor Ort beim Kunden
  • Interesse an theoretisch-abstrakten Tätigkeiten
    • z.B. Planen und Berechnen des Bedarfs an Rohren, Blechen und anderen Materialien für Anlagen, Behälter und Apparate
    • z.B. Messen und Berechnen von Inhalts- und Durchflussmengen
  • Interesse an organisatorisch-prüfenden Tätigkeiten
    • z.B. Prüfen und Dokumentieren im Rahmen der Qualitätssicherung, inwieweit Materialstärken, Mess- und Fertigungstoleranzen eingehalten wurden

Sonstige Zugangsbedingungen

Überwachungsbedürftige Anlagen dürfen nur befähigte Personen prüfen. Als befähigte Person gilt, wer durch Berufsausbildung, Berufserfahrung und zeitnahe berufliche Tätigkeit über die erforderlichen Fachkenntnisse verfügt.
In Abhängigkeit von der Arbeitsaufgabe sind bestimmte zusätzliche Berechtigungen erforderlich, zum Beispiel:
  • erforderliche Schweißberechtigungen für bestimmte Schweißverfahren und Werkstoffe
  • Führerschein Klasse B (früher Klasse 3)

Zugang zur Ausbildung

Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.
Die Betriebe stellen überwiegend Ausbildungsanfänger/innen mit mittlerem Bildungsabschlussein.

Wichtige Schulfächer

Vertiefte Kenntnisse in folgenden Schulfächern bilden gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung:

Werken/Technik: Metallbearbeitungs- und -verbindungstechniken gehören zu den Aufgaben von angehenden Anlagenmechanikern und Anlagenmechanikerinnen. Wer über Kenntnisse im Bereich Werken und Technik verfügt, ist im Vorteil. Kenntnisse des Technischen Zeichnens sind hilfreich, um Skizzen und Pläne lesen und ggf. auch selbst anfertigen zu können.

Mathematik: Um den Materialbedarf berechnen zu können, müssen Anlagenmechaniker/innen über Rechenkenntnisse verfügen. Kenntnisse in der Geometrie helfen beim Lesen von Konstruktionsunterlagen.

Physik: Kenntnisse physikalischer Gesetze und Zusammenhänge sind eine wichtige Voraussetzung für das Verständnis der Arbeitsweise technischer Anlagen.

Informatik: Kenntnisse in diesem Bereich sind hilfreich für die Arbeit mit informationstechnischen Systemen, mit Assistenz-, Diagnosesystemen, mit Systemen der Steuerungstechnik oder mit CNC-Maschinen.

Arbeits-/Sozialverhalten

Einige Merkmale des Arbeits- und Sozialverhaltens sind gleichermaßen für alle Berufe relevant und werden deshalb nicht gesondert erwähnt. Hierzu gehören: Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Kritikfähigkeit sowie angemessene Umgangsformen. Zusätzlich werden die nachfolgend genannten berufsspezifischen Merkmale benötigt, um diesen Beruf ausüben zu können.
  • Leistungs- und Einsatzbereitschaft (z.B. bereitwilliges und tatkräftiges Erledigen auch körperlich besonders anstrengender Arbeiten beim Transport von Bauteilen)
  • Sorgfalt (z.B. genaues, fehlerfreies Schweißen von Blechen und Rohren)
  • Verantwortungsbewusstsein und -bereitschaft (z.B. Prüfen der Schweißnähte von Druckbehältern auf Belastbarkeit, um Explosionen im späteren Betrieb zu vermeiden)
  • Selbstständige Arbeitsweise (z.B. eigenständiges Zusammenstellen der für einen Montageauftrag notwendigen Werkzeuge und Materialien)
  • Umsicht (z.B. Achten auf die Unfallgefahr beim Anschließen eines Kessel an das zugehörige Rohrleitungssystem)
  • Flexibilität (z.B. Anpassen an wechselnde Arbeitsorte und -bedingungen bei Montageeinsätzen)
  • Befähigung zur Gruppenarbeit / Teamfähigkeit (z.B. Zusammenarbeiten mit anderen Fachkräften beim Montieren von Rohrleitungssystemen und Großbehältern)

Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten

Folgende Fähigkeiten , Kenntnisse und Fertigkeiten werden benötigt, um den Beruf lernen und ausüben zu können. Bei einigen Fähigkeiten wird ein Ausprägungsgrad genannt. Dieser gilt für den mittleren oder typischen Vertreter dieses Berufes.

Fähigkeiten

  • Durchschnittliches allgemeines intellektuelles Leistungsvermögen 
  • Durchschnittliches rechnerisches Denken (Beispiele siehe unter Kenntnisse und Fertigkeiten)
  • Durchschnittliches räumliches Vorstellungsvermögen (z.B. Lesen, Anfertigen und Umsetzen von Skizzen und technischen Zeichnungen)
  • Handgeschick (z.B. Montieren von Bauelementen und Baugruppen)
  • Auge-Hand-Koordination (z.B. Zuschneiden der Ausgangsmaterialien mithilfe von Sägen oder Brennschneiden)
  • Handwerkliches Geschick (z.B. Arbeiten mit Werkzeugen, Maschinen und Schweißgeräten)
  • Technisches Verständnis (z.B. Einbauen von Einrichtungen der Steuerungs- und Regelungstechnik)
Hinweis: Die Ausprägungsgrade beziehen sich auf Personen mit Hauptschulabschluss.

Kenntnisse und Fertigkeiten

  • Rechenfertigkeiten (z.B. Berechnen elektrischer Kenngrößen beim Einbinden von Komponenten der Steuerungs- und Regelungstechnik)
  • Verständnis für mündliche Äußerungen (z.B. Verstehen von Arbeitsanweisungen auch bei Maschinenlärm)
  • Mündliches Ausdrucksvermögen (z.B. Kundengespräche führen)
  • Textverständnis (z.B. Lesen und Anwenden von Instandhaltungs- und Bedienungsanleitungen)

Im Ausbildungsbetrieb lernen die Auszubildenden beispielsweise:

  • wie man Werkstoffeigenschaften beurteilt und Werkstoffe nach ihrer Verwendung auswählt
  • die Betriebsbereitschaft von Werkzeugmaschinen sicherzustellen und Werkstücke und Bauteile herzustellen
  • unter Einhaltung der Datenschutzbestimmungen sowie betrieblicher Richtlinien zur Nutzung von IT-Systemen, Datenträgern oder Internet z.B. informationstechnische Systeme zur Auftragsplanung, -abwicklung und Terminverfolgung anzuwenden
  • welche Assistenz-, Simulations-, Diagnose- oder Visualisierungssysteme es gibt und wie sie genutzt werden
  • wie man Betriebsmittel inspiziert, pflegt und wartet
  • steuerungstechnische Unterlagen auszuwerten und Steuerungstechnik anzuwenden
  • wie man Rohrleitungspläne, isometrische Darstellungen, Abwicklungen, Fundament- und Lagepläne sowie Aufstellungspläne liest
  • was beim Umsetzen von Schweiß- und Montageplänen zu beachten ist
  • wie man Rohre, Bleche und Profile trennt und warm und kalt umformt
  • wie Anlagen und Anlagenteile inspiziert, gewartet und instand gesetzt werden
  • welche Sichtprüfverfahren es gibt und wie man Farbeindring- oder Magnetpulverprüfungen an Schweißnähten durchführt
  • wie Qualitätssicherungssysteme angewendet werden und wie man die Ursachen von Qualitätsmängeln systematisch sucht und beseitigt
Darüber hinaus werden während der gesamten Ausbildung Kenntnisse über Themen wie Rechte und Pflichten während der Ausbildung, Organisation des Ausbildungsbetriebs und Umweltschutz vermittelt.

In der Berufsschule erwirbt man weitere Kenntnisse:

  • in berufsspezifischen Lernfeldern (z.B. Herstellen von einfachen Baugruppen, Einbinden von Komponenten der Steuerungs- und Regelungstechnik)
  • in allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch, Mathematik und Wirtschafts- und Sozialkunde

Spezialisierung während der Ausbildung

Die Ausbildung wird in einem Einsatzgebiet vertieft, je nach Ausbildungsbetrieb z.B.:
  • Anlagenbau
  • Apparate- und Behälterbau
  • Instandhaltung
  • Rohrsystemtechnik
  • Schweißtechnik

Zusatzqualifikationen

Die Ausbildungsordnung sieht vor, dass in der Ausbildung eine oder mehrere der folgenden Zusatzqualifikationen erworben werden können: „Systemintegration“, „Prozessintegration“, „Additive Fertigungsverfahren“ und „IT-gestützte Anlagenänderung“. Diese sogenannten kodifizierten Zusatzqualifikationenermöglichen es Auszubildenden, sich fachlich über die Erstausbildung hinaus zu qualifizieren. Sie werden im Rahmen der Abschlussprüfung gesondert geprüft.

Aufgaben und Tätigkeiten kompakt

Anlagenmechaniker/innen stellen u.a. Anlagen bzw. Rohrleitungssysteme für die Chemie-, die Mineralöl-, die Lebensmittelindustrie oder für versorgungstechnische Betriebe her. Sie schneiden Bleche zu, kanten sie, längen Rohre ab, biegen Rohrstücke sowie Bleche und fertigen z.B. mithilfe von CNC- Maschinen einzelne Bauteile an. Ggf. fügen sie die Komponenten im Betrieb zu Baugruppen zusammen und veranlassen den Transport zur Baustelle bzw. zum Kundenbetrieb. Vor Ort montieren sie Einzelkomponenten und Baugruppen. Sie verbinden Rohrleitungen, bauen Ventile und Dichtungen ein, schließen Kessel oder Druckbehälter an und übergeben den Kunden die fertigen Anlagen. Auch die Wartung von Anlagen, die Instandsetzung und ggf. die Erweiterung oder der Umbau bestehender Anlagen gehört zu ihren Aufgaben.

Aufgaben und Tätigkeiten (Beschreibung)

Worum geht es?

Anlagenmechaniker/innen fertigen Bauteile und montieren sie zu Baugruppen, Apparaten, Rohrleitungssystemen und Industrieanlagen. Sie halten diese auch instand, erweitern sie oder bauen sie um.

Bauteile herstellen

Zunächst prüfen sie Stücklisten und technische Zeichnungen bzw. Baupläne z.B. für Sprinkleranlagen, Kesselanlagen für die Energiewirtschaft oder Anlagen für die Chemie- und Lebensmittelindustrie. Dann legen sie die Arbeitsschritte fest, rufen das Material aus dem Lager ab und stellen Werkzeug, Trennsägen, Brennschneider, Schweißgeräte, Messmittel und Zubehör wie Schrauben, Muttern, Zylinderstifte und Kabelschellen zusammen. Sie längen Rohre ab, biegen sie ggf. und versehen sie mit Gewinden oder Schweißfugen. Mit Schneidbrennern oder Blechscheren schneiden sie Bleche zu, biegen sie mit Blechbiegemaschinen oder kanten sie z.B. mit Abkantmaschinen ab. Mit Schablonen und Messlehren prüfen sie Formen und Maßhaltigkeit von Werkstücken. Werden Komponenten in hohen Stückzahlen oder individuelle Präzisionsbauteile benötigt, arbeiten Anlagenmechaniker/innen mit CNC -Maschinen, die sie auch programmieren. Kleinere Einzelteile stellen sie u.U. sogar im Additiven Fertigungsverfahren (3-D-Druck) her. Durch Falzen, Pressen oder Schweißen fügen sie Blechteile zusammen. Rohre verbinden sie mit Fittings, durch Flanschen , Löten oder Verschweißen. Die selbst hergestellten sowie vorgefertigte Komponenten werden dann per Lkw, Flugzeug oder Schiff an den Bestimmungsort transportiert.

Montage

In der Regel reisen Anlagenmechaniker/innen selbst zum Kunden, überprüfen die einzelnen Elemente auf Transportschäden und Vollständigkeit. Schwere Teile, z.B. für Kessel oder Druckbehälter, werden mit Hebezeugen zur Einbaustelle transportiert. Nach Plan montieren Anlagenmechaniker/innen Rohrleitungen, Kessel, Behälter, Pumpen, Ventile, Verdichter, Armaturen, Steuerungs- und Regelungssysteme zur fertigen Anlage. Dabei sind sie z.T. auf Hebe- oder Arbeitsbühnen tätig. Ist der Aufbau abgeschlossen, wirken sie bei der Übergabe an den Kunden und der Inbetriebnahme mit. In Probeläufen überprüfen sie die Funktion, justieren ggf. nach, suchen und beheben Fehler. Bei der Montage arbeiten sie Hand in Hand mit ihren Kollegen und Kolleginnen und stimmen sich auch mit den Fachkräften des Kundenbetriebs ab.

Instandhaltung

Da sie die Anlagen am besten kennen, übernehmen sie häufig auch die Wartungsarbeiten. Hierfür überwachen und analysieren sie u.a. Echtzeitdaten der Anlage. So stellen sie z.B. fest, ob Energiewerte verbessert werden müssen oder ob es Druckabfälle im System gibt. Sie prüfen Rohrverbindungen und Schweißnähte, kontrollieren, ob Behälter und Ventile dicht sind, tauschen Verschleißteile sowie Betriebsstoffe aus und justieren die Anlagen neu. Produktionsbedingungen bzw. -anforderungen ändern sich und die Technik entwickelt sich weiter. Deshalb gehören auch der Umbau, die Änderung oder Erweiterung von Anlagen zum Arbeitsgebiet. Bevor sie jedoch Anlagenteile demontieren, um sie neu wieder zusammenzusetzen, planen Anlagenmechaniker/innen die Änderungen der oft hochkomplexen Systeme zunächst am Computer auf Basis von CAD- Daten und ggf. unter Zuhilfenahme von 3-D-Modellen.

Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen

  • Arbeitsaufgaben planen und vorbereiten
    • technische Zeichnungen und andere Unterlagen auswerten, Montage- und Wartungspläne erstellen, Arbeitsschritte festlegen, Montagearbeiten organisieren
    • Werkstoffe, Maschinen, Werkzeuge und Prüfmittel auswählen
  • Bauteile herstellen
    • Bleche zu- bzw. in Form schneiden, ggf. biegen, abkanten, und zu größeren Einheiten zusammenfügen, z.B. durch Verschweißen oder Falzen
    • Rohre ablängen, biegen, mit Schweißfugen oder Gewinden versehen, durch Flanschen, Löten oder Verschweißen verbinden
    • Spezialbauteile mithilfe von CNC- Maschinen oder im Additiven Fertigungsverfahren (3-D-Druck) herstellen
    • Bauteile zu Baugruppen, Apparaten und ggf. vernetzten Anlagen zusammenfügen
    • Funktionen an Baugruppen oder an Apparaten und Anlagen einstellen
  • Anlagen montieren und instand halten
    • im Betrieb hergestellte Bauteile sowie vorgefertigte Komponenten vor Ort montieren und anschließen
    • Anlagen in Betrieb nehmen, Probeläufe durchführen, evtl. Mängel beseitigen bzw. Funktionen optimieren
    • Anlagen dem Kunden übergeben, Bedienpersonal einweisen
    • Anlagen nach Wartungs-, Inspektionsplänen inspizieren, Echtzeitdaten auswerten und Anlagen nachjustieren, Schweißnähte, Rohre und Behälter auf Dichtheit prüfen, Verschleißteile austauschen
  • Systeme der Anlagentechnik anpassen
    • Anlagenänderungen und Herstellung erforderlicher Bauteile planen, auch unter Zuhilfenahme von CAD- Programmen und ggf. 3-D-Modellen
    • für den Umbau bzw. die Erweiterung von Anlagen Bauteile ggf. demontieren, neue Komponenten und Systeme integrieren

Ausbildungsaufbau

Die Ausbildung wird parallel im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule durchgeführt. Der Berufsschulunterricht findet an bestimmten Wochentagen oder in Blockform statt.

Auszug aus dem Ausbildungsrahmenplan und dem Rahmenlehrplan

1. und 2. Ausbildungsjahr:

Ausbildung im Betrieb und nach Bedarf in überbetrieblichen Lehrgängen:
  • Betriebliche und technische Kommunikation
  • Planen und Organisieren der Arbeit, Bewerten der Arbeitsergebnisse
  • Unterscheiden, Zuordnen und Handhaben von Werk- und Hilfsstoffen
  • Herstellen von Bauteilen und Baugruppen
  • Herstellen und Montieren von Bauteilen und Baugruppen
  • Anschlagen, Sichern und Transportieren
  • Bearbeiten von Aufträgen
  • Warten von Betriebsmitteln
  • Bauteile und Einrichtungen prüfen
  • Steuerungstechnik
  • Instandhaltung; Feststellen, Eingrenzen und Beheben von Fehlern und Störungen
  • Kundenorientierung
Ausbildung in der Berufsschule in den Lernfeldern:
  • Fertigen von Bauelementen mit handgeführten Werkzeugen
  • Fertigen von Bauelementen mit Maschinen
  • Herstellen von einfachen Baugruppen
  • Warten technischer Systeme
  • Herstellen von Bauelementen für die Anlagentechnik
  • Montieren und Transportieren von Bauelementen der Anlagentechnik
  • Verbinden von Anlagenteilen
  • Übergeben und Inbetriebnehmen von Anlagensystemen
Teil 1 der Abschlussprüfung vor Ende des 2. Ausbildungsjahres

3. und 4. Ausbildungsjahr:

Ausbildung im Betrieb und nach Bedarf in überbetrieblichen Lehrgängen:
  • Vertiefen der Kenntnisse aus dem 1. und 2. Ausbildungsjahr
  • Geschäftsprozesse und Qualitätssicherungssysteme im Einsatzgebiet
Ausbildung in der Berufsschule in den Lernfeldern:
  • Instandhalten von Anlagensystemen
  • Einbinden von Komponenten der Steuerungs- und Regelungstechnik
  • Integrieren anlagenspezifischer Teilsysteme
  • Planen und Realisieren von Systemen der Anlagentechnik
  • Ändern und Anpassen von Systemen der Anlagentechnik
Teil 2 der Abschlussprüfung in der Mitte des 4. Ausbildungsjahres

(berufenet.arbeitsagentur.de)

Foto: panthermedia.net/alexraths

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